»Mit des Häuptlings und meines väterlichen Freundes Erlaubniß hier — ja!«

»Aber Sie gehören der katholischen Religion an.« —

»Ich bin ein Christ,« sagte René ernst — »was verlangen Sie mehr?«

Der Missionair biß sich auf die Lippen und Bruder Ezra sah nach oben, denn der Blitz konnte jetzt nicht länger ausbleiben.

»Und Ihre Kinder? — sollen das auch Christen werden?« frug der Geistliche mit einer fast höhnischen Zweideutigkeit im Tone. René aber streckte den Arm nach seinem alten Freund aus, und dieses Hand ergreifend sagte er herzlich:

»Die soll dieser würdige Mann hier in der Lehre erziehen die er für die richtige hält — ich weiß er wird gute Menschen aus ihnen machen — der Glaube ist mir gleich.«

»Der Glaube ist Ihnen gleich?« rief aber jetzt der Fanatiker, wie ordentlich froh einen Anhaltepunkt gefunden zu haben an der Schwäche des Gegners — »und wissen Sie daß Sie mit solchen Grundsätzen hier nur Unheil und Elend säen werden? ein Christ nennen Sie sich, und dem Antichrist dienen Sie — Ihrer Pflicht — ihrer Verbindlichkeiten im gesellschaftlichen Leben sind Sie entlaufen, und jetzt wollen Sie sich einem Volke aufdringen, das sie nur zwischen sich duldet, weil es seinem Geistlichen glaubt gefällig zu sein, in der That aber, ihm einen gar schlimmen Dienst damit leistet?«

René war schon nach den ersten heftigen Worten des Mannes von seinem Stuhl aufgesprungen.

»Monsieur,« unterbrach er ihn jetzt fest aber ruhig — »Ihr Stand, wie der Ort an dem wir uns befinden schützt Sie vor jeder Antwort auf diese Unverschämtheit — bon soir« — und mit einem stolzen Gruß gegen den Priester, mit einem freundlichen Kopfnicken aber gegen den Greis, verließ er rasch das Zimmer.

Der ehrwürdige Mr. Rowe hatte sich in einen höchst unehrwürdigen Zorn hineingearbeitet, und er war ebenfalls aufgesprungen und ging jetzt in dem geräumigen Gemach mit schnellen Schritten, die Hände auf dem Rücken, die Augen fest auf den Boden geheftet, auf und ab. Der alte Mr. Osborne aber war erstaunt und empört zugleich über ein so rücksichtsloses, förmlich unschickliches Betragen, und jetzt nur um so fester entschlossen dem Mann, der sich weit mehr Autorität über ihn anzumaßen suchte als er beanspruchen durfte, wissen zu lassen wo seine Grenze sei. Bruder Rowe mochte aber wohl fühlen daß er ein wenig zu weit gegangen sei, oder doch mit zornigen Reden an der Sache selber nichts mehr ändern könne, denn er schwieg von jetzt darüber, und erklärte nur seinem Collegen, daß er dieses Mal nicht hier predigen, sondern morgen früh, da noch dazu eine leichte westliche Brise eingesetzt hatte, zurück nach Tahiti aufbrechen wolle. Mr. Osborne dachte gar nicht daran ihn zurückzuhalten.