»Ich muß Sie hier wohl aufsuchen, Bruder Osborne!« sagte in diesem Augenblick, dicht hinter ihnen die Stimme des Bruder Rowe mit zwar ruhigem aber doch etwas scharfem Ton — »wenn ich überhaupt Abschied von Ihnen nehmen will — Sie scheinen ganz vergessen zu haben daß ich im Begriff bin aufzubrechen.«
Die drei Menschen schauten sich um als ob sie auf einem Verbrechen ertappt wären, und das kalte, theilnahmlose Gesicht des Priesters war ebenfalls nicht geeignet jedes unangenehme Gefühl solcher Ueberraschung zu mildern. Der Geistliche schien dies aber gar nicht zu bemerken, oder wenn er es bemerkte, zu beachten; gegen Sadie die Hand ausstreckend legte er dem Mädchen, das seine Rechte ergriff und küßte, wie segnend die Linke auf das Haupt, neigte dann seinen Kopf gegen René, der diese kalte Höflichkeit ebenso formell erwiederte, und ging, Mr. Osborne’s Arm nehmend, mit diesem nach der Landung hinunter.
»Und nun komm,« flüsterte Sadie, als das dichte Guiavengebüsch die Männer ihren Blicken entzogen — »nun komm René und gebe Gott daß ich Dir recht recht bald die frohe Botschaft Deiner Erlösung bringen kann.«
Wenige Secunden später schloß sich der Wald hinter ihnen, und der kleine freundliche Platz lag still und einsam im Schatten seiner rauschenden Palmen.
Der Missionscutter war indeß zur Abfahrt gerüstet, Bruder Rowe traf noch einige Anordnungen zu dem nächst zu haltenden Osterfest zwischen den Insulanern und verließ dann, mit einem frommen »Der Herr segne und behüte Euch« — die Insel.
Mr. Osborne hatte kein Wort gegen ihn erwähnt, daß das Schiff was die Insel passirt war, dasselbe Fahrzeug sei, von dem René entsprungen war — er hielt es für besser die Sache mit keiner Sylbe weiter zu berühren. Auch Bruder Rowe kam nicht wieder auf die Verheirathung der beiden jungen Leute zurück; er mochte auch wohl einsehen, daß jede weitere Vorstellung oder Einsprache unnütz sein würde.
Der Cutter war zuerst nach Mitiaro bestimmt, der ehrwürdige Mann hatte aber vorher die Indianer die ihn führten noch beordert in dem Binnenwasser der Insel am Ufer hinaufzuhalten, da er zuerst noch einmal den König an der andern Seite zu besuchen, und Rücksprache mit ihm über eine Betversammlung zu nehmen habe.