»Verrath!« murmelte er leise zwischen den Zähnen durch, und mit Blitzesschnelle in das Haus zurückspringend, gewann er die andere Thüre. Aber in demselben Moment fühlte er sich von drei eisernen Armen zu gleicher Zeit gepackt und es war ein Glück für wenigstens einen der Fänger, daß das Terzerol versagte, denn gerade gegen das Ohr des Harpuniers gepreßt hatte es René abgedrückt.

»Teufel!« schrie er, als er es von sich werfend sein Messer zu ziehen suchte — umsonst, die Uebermacht war zu groß, und wenige Minuten später lag er, an Händen und Füßen gebunden, in der Gewalt seiner Feinde am Boden.

»Damn it mein Bürschchen,« lachte der alte Harpunier in aller Freude über den gelungenen Fang, »ich hatte heute Abend, als ich auf den Regen fluchte, nicht geglaubt daß er mir mit Deinem Pulver zu gleicher Zeit einen so guten Dienst erweisen würde — das war jedenfalls gut gemeint, ich rechne Dir’s aber nicht an — hätte dasselbe an Deiner Stelle gethan; nun sei aber auch vernünftig und wehr Dich nicht nutzlos mehr — wir sind hier unserer sieben gegen einen, und Du wirst begreifen daß da doch jeder Widerstand nutzlos ist.«

»Mordet mich!« schrie aber René mit aller Kraft der Verzweiflung gegen seine Banden und die Arme die ihn niederhielten, ankämpfend — »mordet mich, wie Ihr mein Glück zerstört habt, aber beim ewigen Gott, Ihr sollt mich nicht lebendig von dieser Insel nehmen.«

»Das käme auf einen Versuch an,« sagte der Harpunier kaltblütig — »willst Du denn gar keine raison annehmen, so haben wir uns schon so viel Mühe um Dich gegeben, daß wir Dich nun auch wohl das kleine Stückchen Wegs noch tragen können. Nehmt ihn auf Leute — nehmt ihn auf — oh wenn er gar so sehr strampelt — hier ist noch Leine genug zwanzig solche Bürschchen förmlich damit einzuwickeln — so das thuts — noch eins um die Füße, und nun nehmt ihn auf und fort damit — da kommt schon wieder ein neuer Regenschauer; daß die Pest ein solches Land hole.«

»Ja wohinaus gehts aber jetzt?« sagte Einer der Leute, nachdem sie den sich wüthend Sträubenden aufgehoben hatten — »ich weiß den Weg nicht mehr.«

Der alte Harpunier sah sich einen Augenblick selber verdutzt in der Dunkelheit um. —

»Damn it,« brummte der Alte, »jetzt bin ich auch confus geworden — welchen Cours sind wir denn eigentlich heraufgesteuert. Wo ist denn die verdammte Bestie von Insulaner — he Raiteo, Canaille verwünschte — wo steckt der Satan?«

»Verrathen und verkauft,« knirrschte René zwischen den zusammengebissenen Zähnen hindurch, als er von der verzweifelten Anstrengung zum Tod erschöpft zurücksank und sich jetzt willenlos forttragen ließ. — Nicht weit von ihm ab antwortete aber ein leiser Pfiff. Es war der Insulaner, der dort auf die Seeleute, außer dem Bereich des Ihiamoea, wartete, und schweigend führte er den Zug den steilen schlüpfrigen Pfad wieder zurück nach dem Landungsplatz.

Der Regen goß jetzt förmlich in Strömen nieder, wenn auch der Wind für den Augenblick etwas nachgelassen hatte, als sie aber oben die Pandanus-Niederung erreichten, und nun auf ebener Bahn, auf dem scharfen Corallensand, dicht am Ufer einer der kleinen zahlreichen Lagunen oder Binnenseeen hinschritten, dröhnten laut und mahnend die beiden Kanonenschüsse von Bord des Delaware zu ihnen herüber. — Fast unwillkürlich hielten die Leute einen Moment, der Harpunier aber rief: