»Höll’ und Teufel,« fluchte jedoch der alte Harpunier als er zum Strand kam und sah wie die Mannschaft mit dem Boot beschäftigt war, das hoch und trocken auf der Corallenbank und wohl funfzig Schritt vom Wasser ab saß — »ob ich es den verdammten Schuften von Insulanern nicht gesagt habe das Boot flott zu halten — und ich glaube beim Teufel, sie haben es noch mehr aufs Trockene gezogen; daß der Böse ihre Seelen verdamme. Hinein damit Jungens — greift unter und tragt es in’s Wasser — werft den Plunder hinaus der vorn darin liegt — der Eigenthümer mag ihn sich holen — wo ist René?«

»Hier am Hause liegt er,« sagte Einer — »Bill und Adolphe stehen Wache bei ihm.«

»Ach was Wache, der läuft jetzt nicht fort — hier Bill — hier Adolphe mit angefaßt und tragt das Boot zu Wasser — hallo meine Jungen alle zusammen — there she comes — a hoy-y. Was zum Teufel macht es so schwer — was liegt da drinne?«

»Es liegt hinten ganz voller Früchte,« antwortete Bill.

»Früchte? hinaus damit, wir haben jetzt keine Zeit uns mit Früchten abzugeben — so — Alles hinaus — hier an die Seite damit, was in Körben ist, können wir nachher wieder hineinwerfen, und hallo hier — einmal eine Parthie von den Insulanern her, die können uns mit helfen, wenn sie uns wieder los werden wollen.«

Von diesen ließ sich aber keiner blicken — der Hülferuf des Unglücklichen, den sie gehört, hatte ihnen das Schicksal desselben verrathen, und wenn sie auch, wie René in letzter Verzweiflung gehofft, keineswegs gesonnen waren ihr Leben daran zu setzen, um ihn wieder zu befreien, so mochten sie doch auch weiter Nichts mit der Sache zu thun haben, vielweniger denn den Fremden selber in irgend etwas behülflich sein.

Dicht am Strand wo die Leute, vielleicht zehn Schritt von dem Boot, den Gebundenen niedergelegt hatten, stand eine kleine Bambushütte, in welcher die Missionäre, wenn sie sich auf dieser Seite der Insel befanden und, vielleicht von einem Wetter überrascht, nicht mehr zu dem Missionsgebäude kommen konnten, gewöhnlich übernachteten. Hierher hatte sich auch, als das Wetter ärger zu werden drohte, der ehrwürdige Bruder Rowe zurückgezogen, ließ sich aber natürlich nicht blicken wie er die Männer mit ihrem Gefangenen ankommen hörte, sondern hielt seine Thür, allerdings nur dünnes Bambusgeflecht, geschlossen. Durch die überall offenen Stäbe der Wände konnte er aber deutlich erkennen was draußen vorging, und der gebundene und geknebelte René wurde solcher Art in nicht zwei Schritten von seiner eigenen Thüre niedergelegt, während die Leute kaum zehn Schritt weiter damit beschäftigt waren das Boot dem Wasser zuzuarbeiten. Bruder Rowe stand dicht hinter der Thür und schaute schweigend und nachdenkend auf den gebunden am Boden Liegenden nieder.

Außer ihm war aber noch eine andere Gestalt ganz in der Nähe, und zwar niemand anderes als das indirekte Werkzeug des ehrwürdigen Herren — Raiteo, der vorsichtig um das Haus herumglitt und die Bewegungen der dicht dabei in dem Boot beschäftigten Männer auf das vorsichtigste beobachtete. — Er hatte seinen Bruder oder irgend einen seiner Freunde schon abgeschickt die ihm noch zukommenden Waaren zu holen, und seine eigenen Gründe sich nicht selber dorthin zu bemühen.

»Schuft? — so?« murmelte er dabei zwischen den Zähnen durch — »erst ist man gut genug weißer Mann Capitain da hinauf zu führen und nachher ist man Schuft; gut — gut Raiteo ist nicht so dumm — Raiteo hat Geld — liegt sicher unterm Baum — Raiteo hat seinen Contrakt erfüllt — jetzt kann Raiteo machen was er will, und jetzt will Raiteo einmal sehn was er machen will.«

Die Wallfischfänger hatten indessen Alles was das Boot schwerer machen konnte hinausgeworfen, und während der Regen wieder in Strömen niedergoß, faßten die sieben kräftigen Gestalten das Boot und schoben es langsam aber in sicherem Fortgang den ersten kleinen Abgang hinunter, wo es wieder durch eine neue Corallenschicht aufgehalten, aber auch über diese endlich weggehoben wurde.