Adolphe, denn dieser war René’s Befreier, drehte fast unwillkürlich den Kopf halb ab, um nicht erkannt zu werden und suchte schon loszukommen, sich wieder unter seine Kameraden zu mischen und dadurch jeden Verdacht von sich zu entfernen, als er zu seinem Staunen die Stimme des Missionairs erkannte, der ihn leise etwas von dem vermeintlich Gebundenen fortzog, damit dieser ihn nicht erkennen möchte, und mit hastiger aber unterdrückter Stimme sagte:
»Habt Acht auf Eueren Gefangenen Sir — man will ihn befreien — ich habe —«
Er sagte nichts weiter, denn ein einziger Faustschlag des riesigen Franzosen, gerad gegen seine Stirn, streckte ihn besinnungslos zu Boden.
»Bind ihn,« flüsterte da Adolphe rasch, sich zu diesem niederbiegend — »er hat Dich an uns verrathen,« und so schnell wie er gekommen, sprang er die Corallenbank wieder hinunter, wo die Leute eben mit Anstrengung aller ihrer Kräfte das Boot bis zum Wasserrand gebracht hatten.
»Der Gefangene liegt noch am Boden,« sagte er, als er sich hier wieder unter die Uebrigen mischte.
»Aber habt Ihr nicht nachgesehen ob die Seile noch in Ordnung sind?« frug der Harpunier.
»Ich kann noch einmal hinaufgehn,« erbot sich Adolphe.
Da blitzte es vom Wasser herüber, und gleich darauf dröhnte der dumpfe Schall eines neuen Schusses, dem in kaum einer Minute ein zweiter folgte, zu ihnen herüber.
»Hinein mit dem Boot in’s Wasser!« schrie der Alte, alles Andere in dem Bewußtsein der Nothwendigkeit vergessend, so rasch als möglich wieder an Bord zu kommen, »wacker Ihr Leute, wacker und legt Euch dagegen mit Brust und Seele!«
Den vereinten Anstrengungen der Leute gelang es das Boot vorn in die Fluth zu bekommen, das unruhige Wogen derselben half nach, und bald lag es flott.