»Er ist fort, Vater – fort, und wird nie wieder kehren.«
»Fort?« rief der Mitonare erschreckt – »mitten in der Nacht? – wohin? –«
»Fort mit seinem Boot« sagte die Jungfrau, das liebe Antlitz mit den Händen deckend –
»Durch die Corallenriffe bei Nacht?«
»Wir haben lange auf Mutters Grab gebetet, und er mit mir, wie's Mutter mich gelehrt; alle die alten Gebete hab' ich ihm gesagt, und – oh er hat geweint, als ob ihm das Herz brechen müßte an der theueren Stätte. Dann hat er mich an sich gezogen und mich geküßt, und wieder geküßt, und seine Sadie, sein liebes armes Kind genannt, und dann gesagt, er sei nicht werth zu leben, wo er uns Alle unglücklich gemacht. Da bat ich ihn bei uns zu bleiben und schlang meine Arme um ihn, aber er riß sich los von mir, und floh den Hang hinab, und als ich trauernd zurückblieb und ihm nach schaute, konnte ich das kleine Schiff erkennen, wie es den Anker hob, das Segel setzte – und mit der frischen Brise die heut Abend weht, glitt der dunkle Schatten des Fahrzeugs von sicherer Hand gesteuert durch die Riffe hin, der Einfahrt zu, durch die es bald verschwand.«
Der Mitonare erwiederte kein Wort; er küßte das Mädchen und ging hinein in sein Haus und blieb dort allein, den ganzen Abend.
Als sich die Sonne am anderen Morgen aus dem Meere hob, blickten die Insulaner vergebens nach dem kleinen Cutter aus – kein Segel war am ganzen Horizont zu sehn.
Druck von Ferber & Seydel in Leipzig.