»Und seit wann bist Du hier?« frug René erstaunt.
»Seit drei Tagen etwa; aber wie mir gesagt wurde, wärst Du zurück nach Atiu gegangen, wo wir Dich damals ließen.«
»Ich habe die Erlaubniß noch nicht erhalten, einer langweiligen Untersuchung wegen.«
»Ich weiß, ich weiß, wegen einer Französischen Schildwache, man hielt das aber für abgemacht – nun desto besser, so hab' ich Dich doch hier noch getroffen, ich wäre aber später jedenfalls einmal hinübergekommen, Dich zu besuchen. Mensch ist es möglich – Du hier verheirathet und Familienvater? – nun die Sache klingt gefährlicher, wie sie ist.«
»Ich fühle mich glücklich darin,« sagte René. –
»Und was willst Du jetzt auf Atiu?«
»Dort bleiben.«
»Bah, Unsinn –«
»Unsinn? – weshalb?«
»Du willst Dich, mit acht und zwanzig Jahren in einem Cocospalmenwald vergraben und mit der Welt fertig sein? – Mensch bist Du denn wahnsinnig oder hast Du die Lektionen am Bord des Delaware noch nicht vergessen? und ein indianisches Mädchen – René, René, ich fürchte fast, Du hast da Dir selber einen recht bösen Streich gespielt, und ich habe Dir am Ende gar keinen so besonderen Dienst geleistet, als ich die Bande durchschnitt die Dich hielten. Das Schlimmste gereicht uns oft zum Glück, und das gerade, was wir armen kurzsichtigen Sterblichen im Anfang für die Krönung unserer Wünsche halten, ist nicht selten der Beginn von – gerade dem Gegentheil.«