den eisernen Bällen an zu spielen fingen, würd' es Manchem zu warm in seinem Rocke werden.«

»Die Reine blanche ist's,« lautete aber eine andere Meinung, die bald wie ein Lauffeuer durch die Menschenmasse lief, denn der gefürchtete Admiral Du Petit Thouars war schon lange wieder im Hafen erwartet worden, und trotz den zuversichtlichen Behauptungen der Missionaire daß England ihnen jedenfalls Schutz und Hülfe senden werde, gegen den Römischen Feind, traute man doch den Kanonen des Letzteren nicht, der die Stadt jetzt schon zwei Mal mit seinen eisernen Flanken bedroht und sie gezwungen hatte, seine Bedingungen anzunehmen.

Der Französische Consul hatte gegen die letzte Verhandlung protestirt und war zornig fortgegangen; welchen Bericht würde er dem Französischen Admiral machen? — und die Königin mußte es dann wieder entgelten, wie schon früher.

»Da — dort geht die Flagge vom Talbot!« rief da Pompey plötzlich — »und da die Privatsignale — er wird den Andern vorm Einlaufen warnen wollen.«

»Dort kommt was Buntes an Bord draußen!« schrie ein Eingeborener, der trotz dem noch heftigen Wehen und Schaukeln des Baumes auf eine Palme geklettert war, einen bessern Ueberblick zu gewinnen — »gleich wird's heraus sein!«

»Da kommt die Flagge — alt England für immer!« jubelte ein junger Bursch, ein Seecadet des Talbot der auf Urlaub an Land gewesen war, wie der Sturm begonnen — »dort weht der Union Jack und Monsiehr Crapo hat sich zu früh gefreut wenn er glaubte es käme ein Landsmann.«

»Englische Flagge — Englische Fregatte!« schrie und wogte es aber auch jetzt am Land durcheinander, die Missionaire auf der Verandah drückten einander die Hand, und ein großer Theil der Insulaner jubelte allerdings dem fremden Schiffe entgegen, Manche aber auch von Tati's Anhang schauten gar zornig drein, und sahen die Parthei schon wieder Sieger, die ihnen bis dahin immer störend und hemmend im Weg gestanden.

Die beiden Englischen Kriegsschiffe hatten indessen rasch verschiedene, nur ihnen bekannte Signale gewechselt, und die fremde Fregatte hielt noch fortwährend auf die Mündung des Hafens zu, als ob sie die Einfahrt, trotz Wind, Wogen und Coralle, erzwingen wolle; wenn aber auch der wirkliche Sturm nachgelassen hatte, wehte der Westwind doch noch viel zu stark das Einlaufen in den Hafen, wären selbst die furchtbaren Brandungswellen nicht gewesen, wagen zu dürfen und die Fregatte, die auch vielleicht nur diese Stellung angenommen ihre Signale ordentlich und deutlich auswehen zu lassen, fiel wieder vor dem Winde ab, braßte ihre Marssegel vierkant und flog, fast vor Top und Takel nur, aus dem Bereich der gefährlichen Klippen, draußen vielleicht wieder beizudrehen und das Rückwechseln des Windes in den gewöhnlichen Passat, der gar nicht lange mehr ausbleiben konnte, abzuwarten.

So lange die Signale noch dauerten, hatten sich die Eingeborenen ziemlich ruhig gehalten; nur einige der der Königin und den Missionairen ergebenen Häuptlinge, besonders Aonui und Potowai waren hinauf in das Haus gegangen, wo sie die frommen Männer versammelt sahen, deren Meinung über das Englische Kriegsschiff, das jedenfalls einzukommen beabsichtigte, zu hören. Die Missionaire hatten nur eine Stimme darüber; sie hofften daß es ihnen günstig lautende Nachrichten von England bringen würde, ja daß vielleicht Bruder Pritchard selber an Bord sei, die Rechte der Insulaner zu bestätigen und mit der gesandten Macht zu beschützen.

Das war genug, wie ein Lauffeuer zog sich die frohe Botschaft durch die einzeln am Strand zerstreuten Gruppen: »Das Kriegsschiff ist für uns gekommen; die Franzosen haben Nichts mehr auf den Inseln zu befehlen — der Vertrag den sie abgeschlossen haben, und der nur dahin berechnet war uns zu ihren Sclaven zu machen und das Götzenthum wieder einzuführen, ist vernichtet und keine Flagge soll hier mehr wehen als die Tahitische und Englische!«