»Nichts was mich freute,« antwortete Aumama, »aber auch Nichts was ich wieder erzählen möchte; man soll keinem Menschen etwas Uebles nachreden, noch dazu auf den bloßen Verdacht hin.«
»Du bist ärgerlich auf die fremden Frauen,« sagte Sadie lächelnd, »weil Du nicht mit ihnen umgehen kannst wie wir es gewohnt sind unter einander; es ist wohl möglich daß Du ihnen dabei unrecht thust. Aber René hat seitdem gar nicht wieder mit ihr gesprochen.«
»Aber auch mit Niemand Anderem,« sagte Aumama schnell — »er stand da am Fenster und stützte den Kopf in die Hand, bis Du zu ihm kamst.«
Sadie schwieg und sah sinnend vor sich nieder; ihr Blick haftete aber nicht lange am Boden, sondern suchte den Gatten, in dem wilden Gewirr des Tanzes, dem sich René wieder mit vollem Eifer hingegeben. Aber die, nach der ihr Blick dann umherschweifte, fand sie nicht; Miß Lewis hatte den Saal verlassen und René lachte und plauderte noch immer mit seiner lebendigen Tänzerin, der Frau Belard.
Doch neue Gäste kamen zum Tanz, in dem jetzt gerade eine kurze Pause eintrat, den Tänzern Gelegenheit zu geben sich an den hie und da angebrachten und mit Früchten, Kuchen und Wein bedeckten Tafeln zu erfrischen, und kaum schwieg die Musik, als Manche der wilden Mädchen, froh eines lästigen Zwanges enthoben zu sein, in die Mitte des Saales sprangen und sich dort bald von einem großen Theil der Männer umgeben fanden.
»Kommt!« rief Eine der fröhlichen Schaar, sich jetzt wenig an die geputzten Fremden kehrend, deren unbekannte Weisen und monotones Drehen im Ring herum sie schon lange geärgert und ermüdet hatte,
»Komm! denn der scharfe Ton
Hat mich gelangweilt schon,
Komm!
Zuckt mir's durch Fuß und Knie,
Zuckt mir's im Herzen hie!
Komm!«
»Frieden, Wahine — gieb Ruhe — fort mit Dir, Mädchen!« riefen einzelne lachende Stimmen dazwischen — »hier ist kein Platz für Euere wilden Tänze, wo fremde Frauen sind — auseinander mit Euch!«
»Fort?« riefen aber Andere dazwischen, denen der wilde bekannte Laut die Pulse schon rascher klopfen machte —
»Fort? laß sie schwatzen da,
Herzchen wir kommen ja,
Fort —
Rasch nur die Trommel her,
Stehn wir nicht müßig mehr.
Fort!«