»Und warum nicht?« frug diese rasch und etwas heftig zurück.

»Die anderen Burschen haben schon darüber gesprochen,« warnte sie das junge Mädchen. »Sie haben auch heut Abend 'was im Kopf, und es könnt' sonst Streit geben. Es wär' besser wenn er ganz wegginge.«

»Sie dürfen ihm nichts thun,« sagte aber Lieschen trotzig, »er ist Gast hier in Dreiberg und hat seine Musik bezahlt, so gut wie die Andern, auch noch Niemanden beleidigt, und der Hans ist doch schon vorhin recht grob mit ihm gewesen.«

»Sei dem Hans nicht böse drüber, Lieschen,« bat Kathrine gutmüthig, »Du weißt, daß die Platzburschen ihre Rechte haben und sich nicht gern 'was davon nehmen lassen. Es kostet ihnen ja auch viel Geld. Uebrigens war's gewiß nicht so bös gemeint; Hans ist nun einmal so gradhin.«

»Er hätte mehr Lebensart haben sollen,« zürnte Lieschen noch immer. »Uebrigens hab' ich als Platzjungfer auch meine Rechte und kann tanzen mit wem ich will.«

»Das kannst Du, ja, Lieschen,« beschwichtigte sie das junge Mädchen, »aber thu's mir zu Liebe nicht mehr heut' Abend mit dem fremden Herrn. Es läuft wahrhaftig nicht gut ab.«

»Unsere Kirmeß!« jubelte da mit einem hellen Juchzer Katharinens Tänzer dicht neben ihnen, umschlang das junge Mädchen und wirbelte mit ihm zum Tanze fort; Lieschen aber, durch die Warnung nur noch mehr gereizt, ging geraden Weges auf den etwas abseits stehenden Secklaub zu, bot ihm die Hand und trat in die Reihe ein.

»Du, Hans,« sagte da einer der Dreiberger Burschen, indem er ihn auf die Schulter klopfte, »wer ist denn hier eigentlich Platzbursch', Du oder der da?« und damit zeigte er auf den gerade vorbeitanzenden Secklaub; »einen Strauß trägt er auch schon im Knopfloch.«

»Ach laß ihn,« sagte Hans, indem er dem Paar mit einem finsteren Blick folgte, »was weiß der Laffe von unseren Gebräuchen hier!«

»Ei zum Henker,« rief ein Anderer, der daneben stand, »dann muß man ihn gescheidt machen. Von meinem Mädchen wollte er vorher einen Kuß haben, die hat ihn aber schön ablaufen lassen. Das weiß ich, wenn er mir so in die Quere käme, ich wollt' ihm bald zeigen, wo der Zimmermann das Loch gelassen hat.«