Der Chirurg war außerordentlich zufrieden; der Puls ging ruhig, die Kopfwunden waren nur noch wenig entzündet. Wundfieber hatte er gar nicht gehabt, und mit einiger Ruhe hoffte jener ihn in ein paar Tagen wieder auf den Füßen zu haben.
»In ein paar Tagen?« lächelte Hans, »ich stehe morgen auf, Doctor, die Schrammen am Kopf heilen auch so.«
»Und fallen mir nachher wieder um,« sagte der Chirurg.
»Denke nicht daran,« meinte Hans.
»Nur nicht zu früh,« warnte der Doctor, als er das Haus verließ, »daß wir keinen Rückfall kriegen.«
Mutter und Katharine durften jetzt bei ihm bleiben, und als das junge Mädchen wieder zu seinem Bett trat, nahm er ihre Hand, drückte sie leise und sah ihr so lange in die guten blauen Augen, bis sie den Blick vor ihm zu Boden schlug. Aber eine große Veränderung zum Besseren war mit ihm vorgegangen. Er schien die anfängliche Schwäche schon fast abgeschüttelt zu haben, und die Mutter war ganz glücklich, daß er ihr so aufmerksam zuhörte, als sie ihm Alles erzählte, was indessen in Dreiberg vorgegangen, seit er dagelegen, wenn er auch Katharine immer dabei anschaute.
»Vater,« fragte Hans, nachdem die Frauen zur Bereitung des Abendbrods hinuntergegangen waren und er eine Weile schweigend in seinem Bett gelegen, »habt Ihr nach Wetzlau hinübergeschickt?«
»Ei gewiß,« lautete die Antwort, »der Bote ist auch schon zurück. Er hat aber die Liese nicht selber gesprochen, doch ist sie wieder auf und gesund. Sie lassen Dich Alle herzlich grüßen und Dir Glück wünschen.«
»Vater, ich möchte jetzt nicht gern mehr viel Zeit verlieren, bis ich meinen eigenen Heerd gründe.«
»Aber wohl und gesund mußt Du doch erst wieder sein.«