»In vierzehn Tagen werden kaum noch die Narben zu sehen sein, und so lange braucht's ja doch zu dem Aufgebot,« meinte Hans.
»Hm,« sagte der Vater, »aber da kommt uns wieder die verwünschte Geschichte mit dem Consistorium dazwischen. So rasch geht die Sache nun auf keinen Fall.«
»Ich hab' mir das Alles anders überlegt, Vater,« sagte der Hans ruhig, »wir brauchen das Consistorium gar nicht – ich heirathe die Kathrine.«
»Hans!« rief der Vater und fuhr erschreckt von seinem Stuhl in die Höhe, denn er glaubte im ersten Augenblick, sein Hans sei durch den Sturz im Kopf verwirrt geworden, »um Gottes willen, Junge, was hast Du? was ist mit Dir? Du solltest noch nicht so viel nachdenken, Du solltest hübsch still liegen und Dich ruhig halten.«
Hans, der wohl ahnen mochte was sein Vater fürchtete, lächelte still vor sich hin; endlich sagte er: »Die Kathrine hat mich lieb, ich weiß es. Vorhin hab' ich's gehört, als sie noch glaubte, ich könnte sie nicht hören, und ich bin ihr auch von Herzen gut, und sie paßt besser für mich, für uns Alle, als das Lieschen.«
»Aber der Traubenwirth hat mein Wort, das Lieschen hat Deins. Das geht im Leben nicht und brächte Schand' auf uns Alle,« rief jetzt der Alte, denn der Hans sprach zu vernünftig, als daß er nun nicht hätte merken können, es sei ihm Ernst.
»Wär' Euch die Kathrine zur Schwiegertochter recht, Vater?«
»Was hilft das Fragen, Hans? zerquäl' Dir den Kopf nicht mit derlei Dingen,« mahnte der Vater ab, doch noch immer nicht so ganz beruhigt. Wie kam der Junge jetzt nur auf die Kathrine?
»Bitte, beantwortet mir nur die eine Frage,« bat Hans, »wär' Euch die Kathrine zur Schwiegertochter recht?«
»Wenn Du sie früher gewählt hättest, ich wollt nichts dagegen sagen,« setzte er zögernd hinzu, »aber so –«