Nach Sonnenaufgang lugte der Vater in's Zimmer herein und fand den Sohn schon munter und wohl in seinem Bett aufsitzen.
»Bleibt's beim Alten?« frug er nur; Hans nickte, und der alte Barthold ging hinunter, setzte sich auf den Braunen und ritt hinüber nach Wetzlau. Hans aber, durch den herrlichen Schlaf neu gestärkt, ließ sich von der Mutter seine Kleider geben, die Sonntagskleider, mit denen er zuletzt drüben in der Traube gewesen war, dann setzte er sich in den Lehnstuhl. Das Ankleiden hatte ihn doch ein Bischen mitgenommen, und er sah wieder etwas blaß aus und sagte, als die Mutter bald darauf in's Zimmer schaute und frug, ob er noch 'was brauche:
»Mutter, ich möcht' gern einmal die Kathrine sprechen.«
»Kann ich's nicht auch besorgen, Hans?«
»Nein, Mutter, Ihr nicht. Die Kathrine kann wohl einmal heraufkommen; die hat noch junge Beine – sie hat mir so noch nicht guten Morgen gesagt – und kann mir auch gleich den Kaffee mit heraufbringen.«
Die Mutter schüttelte mit dem Kopf, that aber des Sohnes Willen, und eine kleine Weile später kam Katharine mit dem Verlangten, setzte das kleine Kaffeebret auf den Tisch, ging dann zu Hans, reichte ihm die Hand und sagte: »Guten Morgen, Hans; Gott sei ewig gedankt, daß Du wieder aufsitzen kannst und so gut und wohl dabei aussiehst.«
»Guten Morgen, Kathrin',« erwiderte Hans, ließ aber die Hand noch nicht sogleich wieder los, die sie ihm geboten, »freut's Dich wirklich, daß ich wieder gesund bin?«
»Aber Hans, wie kannst Du nur so was fragen? Glaubst Du's nicht?«
»Doch, Kathrine,« sagte Hans, »gewiß glaub' ich's und gern noch obendrein.«
»Und das Lieschen wird erst eine Freud' haben. Der Vater ist heute Morgen hinüber und bringt's vielleicht gleich mit. Die ist gar krank geworden vor lauter Sorge, die arme Maid.«