»Kenne sie nicht, Herr Graf. Sie sprechen nur Französisch.«

Graf Galaz stieg in sein eigenes Zimmer hinauf und schien nicht übel Lust zu haben, sich dort abzuschließen. Frau von Fermont war aber eine so liebenswürdige Frau und so befreundet mit ihnen, daß es sich nicht gut umgehen ließ sie zu sehen. Außerdem erzählte ihm auch sein Kammerdiener, daß die Damen ein paar Koffer mitgebracht hätten, also aller Wahrscheinlichkeit einige Tage hier verweilen würden. Es ließ sich nicht ändern, er mußte ihnen seine Aufwartung machen. Außerdem wurde auch das Diner sehr bald servirt und da noch Besuch aus der Nachbarschaft dazu kam, ein alter Obrist von Berdow mit Frau und Tochter, so blieb die kleine Gesellschaft dort den Abend zusammen und es wurde geplaudert und musicirt bis spät in die Nacht hinein.

»Und wie gefällt Dir Frau von Ostenburg?« sagte Alexandrine zu ihrem Gatten, als die von Berdow's das Gut verlassen und Frau von Fermont mit ihrer Begleiterin sich auf ihre Zimmer zurückgezogen hatten.

»Das ist ein reizendes Frauchen,« sagte der Graf, »eine wunderhübsche Erscheinung und dabei so liebenswürdig, daß man ihr auf den ersten Blick gut sein muß. Stammt sie denn aus Frankreich?«

»Allerdings – weshalb?«

»Sie spricht das Französische so sonderbar.«

»Sie spricht vortrefflich.«

»Ja; doch mit einem so eigenthümlichen Accent, der ihr aber reizend steht.«

»Und singt wie eine Nachtigall.«

»Sie hat eine magnifique Stimme, und würde auf jeder Bühne Furore machen. Ist sie mit Fermonts verwandt?«