Zweites Capitel.
Die Kathrine.
Am nächsten Morgen bekam Hans seinen Vater erst zu sehen, als er zum Frühstück aus dem Felde zurückkehrte. Es gab jetzt außerordentlich viel zu thun draußen, und bei der Arbeit durfte Hans nicht fehlen.
»Also Alles in Ordnung, Hans?« schmunzelte der Alte, der aus dem vergnügten Gesicht des Sohnes schon genau wußte, wie die Sache abgelaufen. »War auch kein Wunder, denn des Heinrich Barthold Sohn kam nicht so leicht in Gefahr, sich bei seines Gleichen einen Korb zu holen und – hätte auch vielleicht noch eine Stufe höher steigen dürfen, oder zwei, wie die Mutter meinte.«
»Alles in Ordnung, Vater, – guten Morgen miteinander,« sagte der Sohn, der seinen Hut an einen Nagel hing und dann ohne Weiteres Platz am Frühstückstisch nahm; »Montag in vierzehn Tagen kann die Hochzeit sein.«
»Hallo!« lachte der Alte, und die Mutter schlug die Hände vor Erstaunen zusammen, »nur stat! das geht ja verwünscht schnell. Und glaubt denn der Mosje, daß, wenn Er auch fix und fertig ist in den Ehestand hinein zu springen, die Anderen auch nur eben so auf dem Sprunge sitzen? Da gehört mehr dazu, als Du wohl denkst.«
»Unter acht Wochen ist gar keine Möglichkeit,« sagte die Mutter, »und dann weiß ich nicht wie ich fertig werden will.«
»Die Frau Mutter?« rief Hans lachend, »ja was hat denn die Frau Mutter dabei zu thun, daß sie nicht fertig werden kann?«
»Und glaubst Du denn,« rief aber die Mutter in Eifer, »daß ich Dich wie eines Häuslers Sohn will heirathen lassen, der Nichts mitbringt in die neue Wirthschaft, als was er auf dem Rücken und vielleicht noch unter dem Arm trägt? Nein Hans, daraus wird nichts; ehe ich nicht mit Deiner Ausstattung fertig bin, bekommst Du meine Einwilligung nicht, und wenn das noch drei Monate dauern sollte, und daß Lieschens Mutter bis dahin mit der ihrigen fertig wird, glaub' ich noch lange nicht.«
»Aber beste Herzensmutter!«
»Laß nur sein,« lachte aber der Vater, »werden schon noch etwas davon herunterhandeln können, Alte. Aber so holter-dipolter geht die Sache auch nicht, wie der Hans glaubt. Bei derlei Dingen hat man immer eine Menge von Umständen, an die man vorher gar nicht denkt, und sechs, acht Wochen sind da eine kurze Zeit. Muß auch vorher noch mit dem Traubenwirth reden, was ich Dir mitgebe und was das Mädel mitbekommt, wenn ich auch grad' nicht glaube, daß uns das besonders lang aufhalten wird. Jedenfalls werden wir früher damit fertig, als die Mutter mit ihrer Wäsche und was sonst noch drum und dran hängt. Was hast Du denn da für einen Zettel? etwas für mich?«