»Und wie sah der Herr aus, dem der Koffer gehörte?« frug er endlich.

»Oh, ein kleines, schmächtiges Männchen,« meinte der Packmeister, »mit einem pechschwarzen Schnurrbart und einer blauen Brille.«

»Wohin geht denn der Koffer heute?«

»Nach Frankfurt – ich war ja ganz confus und glaubte, er ginge nach Cassel, weil ich gestern den Packwagen dorthin hatte.«

Wieder pfiff die Locomotive und während der Packmeister von seinem Geschäft in Anspruch genommen wurde, betrachtete der Fremde das Schild noch genauer, aber er sprach nichts weiter darüber und da sie gleich darauf in Treysa hielten, mußte er dort aussteigen und ein Billet lösen. Hier war auch eine große Zahl von Passagieren abgegangen und Platz genug geworden.

»Wohin fahren Sie?«

»Frankfurt –«

»Die vorderen Wagen.«

Der Fremde schritt an der Reihe hinauf und sah in die verschiedenen Coupés hinein. In dem einen saß ein Herr und eine Dame. Der Herr trug eine blaue Brille. Er öffnete sich selber die Thür, stieg ein, grüßte und nahm dann in der einen Ecke Platz.

Der Herr mit der blauen Brille schien das nicht gern zu sehen – er schaute aus dem Wagenfenster als ob er einen Schaffner herbeirufen wollte, und warf dann einen forschenden Blick auf den Fremden. Dieser aber kümmerte sich nicht darum, legte seine kleine Reisetasche in das Netz hinauf und machte es sich dann vollkommen bequem.