»Unter dem Namen der Gräfin Kornikoff natürlich, – wenn das nämlich der von uns Gesuchte ist. Sie kennen ihn doch genau?«
»Als ob er mein leiblicher Bruder wäre. Er war ja sieben Jahre in meines Vaters Haus und die beiden letzten als Hauptcassirer, wo er sich – wer weiß durch was, verleiten ließ, diesen bedeutenden Kassendiebstahl zu begehen.«
»Wahrscheinlich durch eben diese junge Dame,« sagte Hamilton, »von der ich ganz allerliebste Sachen gehört habe. Ihr eigentlicher Name ist Lucy Fallow, Tochter eines Schneidermeisters in London, aber die Eltern sind beide todt. Es sollen ganz ordentliche Leute gewesen sein. Das junge Mädchen hatte, ihres anständigen Benehmens wegen und da sie wirklich nicht ungebildet ist, ein Paar Jahr mit einer vornehmen Familie reisen können, und dann später auch noch hie und da Unterricht in Musik gegeben. Dadurch kam sie auch in Lady Clives Haus, von wo aus sie jetzt beschuldigt wird, einen sehr werthvollen Schmuck entwendet zu haben.«
»Der sich dann vielleicht in ihrem Koffer findet.«
»Beinah hätte ich diese beiden Koffer erwischt,« lächelte Hamilton leise vor sich hin, »aber ich durfte kein Aufsehen erregen, bis ich nicht durch Sie hier Gewißheit über die Persönlichkeit erlangen konnte. Die Dame kennen Sie nicht selber?«
»Nein – ich habe sie nie gesehen.«
»Und von einem Grafen Kornikoff in Hannover auch nichts gehört?«
»Nicht das Geringste. Kein Mensch wußte dort etwas von ihm, und er stand nicht einmal in einem Fremdenblatt. Er kann nur durchgereist sein, und Sie werden gewiß die richtige Spur gefunden haben. Uebrigens müssen wir vorher die nöthigen Schritte auf der Polizei thun.«
»Ist schon alles geschehen,« sagte Hamilton. »Ich habe den Verhaftsbefehl für das Pärchen schon in der Tasche, und den Burschen mit seiner Donna fest, sowie Sie mir nur bestätigen, daß er der Rechte ist.«
»Ich hätte im Leben nicht geglaubt,« sagte Mr. Burton, »daß Sie dem Betrüger sobald auf die Spur kämen. Es geht alles nach Wunsch. Apropos, haben Sie denn die Dame auch zu sehen bekommen?«