»Ich bin ja mit ihnen in einem Coupé gefahren,« lachte Hamilton, »und sie ahnten dabei wahrscheinlich nicht, daß sie einen geheimen Polizisten bei sich im Wagen hatten. Nun ich denke, wir werden noch länger Reisegefährten bleiben. Aber da sind wir – jetzt haben wir nur darauf zu sehen, daß uns die Herrschaften nicht etwa morgen in aller Früh durchbrennen. Wollen wir gleich auf Ihr Zimmer gehen?«

»Ich muß erst etwas essen; ich bin ganz ausgehungert.«

»Schön – dann kommen Sie mit in den Speisesaal, wir finden ihn um diese Zeit fast leer.«

Sie bogen rechts ein, um den Saal zu betreten. Als aber Hamilton die Hand nach der Thür ausstreckte, öffnete sich diese, und Graf Kornikoff trat heraus, warf einen flüchtigen Blick auf die Beiden und schritt dann langsam über den Vorsaal, der Treppe zu.

»Das war er,« flüsterte Hamilton seinem Begleiter zu – »wenn er Sie nur nicht erkannt hat.«

Unwillkührlich drehte Burton den Kopf nach ihm um, konnte aber die schmächtige Gestalt des Herrn nur noch sehen, wie er eben um die Ecke bog, ohne jedoch dabei zurückzuschauen.

»Das glaub ich kaum,« sagte Burton, »denn der Moment war zu rasch, und dann hätte er doch auch jedenfalls irgend ein unwillkürliches Zeichen der Ueberraschung gegeben. In der Verkleidung und mit der blauen Brille und dem schwarzen Schnurrbart würde ich selber aber nie im Leben diesen Mr. Kornik vermuthet haben. Wenn Sie sich nur nicht geirrt, denn in dem Fall versäumen wir hier viel Zeit.«

»Ist es denn nicht wenigstens seine Gestalt?« frug Hamilton.

»Die nämliche Gestalt allerdings,« bestätigte Burton, »aber das Gesicht konnte ich – unvorbereitet wie ich außerdem war – unmöglich in der Geschwindigkeit erkennen. Wann geht der erste Zug morgen früh?«

»Erst um sechs Uhr.«