»Oh bewahre,« sagte dieser, indem er mit dem ausgestreckten Arm auf das vor ihnen liegende Gebäude zeigte, »das ist das Haus.« In demselben Moment stieß er aber auch einen Schrei aus, denn ein schwerer Schlag, jedenfalls mit einem sogenannten »life preserver« geführt, schmetterte ihn bewußtlos zu Boden, während der Gefangene mit flüchtigen Sätzen über die schmale Brücke hinüber eilte.
Aber er hatte flüchtigere Füße hinter sich. Wie ein Tiger auf seine Beute, so schoß Hamilton hinter ihm drein, und noch ehe er das Ende der Brücke erreichte, streckte er schon den Arm aus, um ihn am Kragen zu packen. Da wandte sich der zur Verzweiflung getriebene Verbrecher, und einen Revolver vorreißend, drückte er ihn gerade auf die Brust seines Verfolgers ab.
Hamilton wäre verloren gewesen, aber zu seinem Glück versagte die Schußwaffe, und ehe Kornik zum zweiten Male abdrücken konnte, schmetterte ihn der Schlag des Polizeimanns zu Boden. Aber selbst damit begnügte sich dieser nicht, und mit einer ganz außerordentlichen Gewandtheit faßte er ihm beide Hände, legte sie zusammen und wenige Secunden später knackten die vortrefflichen Darbies oder Handschellen in ihr Schloß und er wußte jetzt, daß er seinen Gefangenen sicher hatte.
»Alle Wetter,« sagte der nachkeuchende Polizeicommissar, »das war doch gut, daß Sie schneller laufen konnten.«
»Wenn Sie meinem Rath gefolgt wären, konnte uns das erspart werden,« meinte Hamilton finster, »denn ich verdanke mein Leben jetzt nur einem schlechten Zündhütchen.«
»Er hat schießen wollen?«
»Dort liegt der Revolver – Sie sehen, daß Sie es hier mit einem gefährlichen Verbrecher zu thun haben.«
»Da wollen wir ihn doch lieber binden.«
»Bitte, bemühen Sie sich nicht weiter – er ist fest und sicher. Sein Sie nur so gut und lassen ihn jetzt durch Ihre Leute in festen Gewahrsam bringen.«