Der Alkalde dachte anders darüber; der alte Neger war aber jetzt schon zu dicht herangekommen, um ein weiteres Gespräch zu gestatten, und wie er sich auf etwa zehn Schritte genaht hatte, sagte er ruhig:
»Señor Alkalde, können Sie mir vielleicht erklären, weshalb die Boote mit den Bewaffneten hier an unserer friedlichen Stadt landen? Ich hoffe doch nicht, daß der Bürgerkrieg bis in unser stilles Asyl gedrungen ist.«
»Señor Alkalde,« erwiderte der Ecuadorianer sehr förmlich, »die Ursache kennen Sie wahrscheinlich. Es handelt sich hier um die Auslieferung einer Mörderin, und die Zurückgabe eines entlaufenen und contractbrüchigen Dieners. Machen Sie keine Schwierigkeiten, amigo, denn die Gesetze müssen in Kraft gehalten werden, und es sollte mir wahrhaft leid thun, wenn ich gezwungen würde, von der mitgekommenen Macht Gebrauch zu machen.«
»Señor Alkalde,« erwiderte der alte Neger da, aber vollkommen ruhig — »ich glaube fest, daß wir noch Alles in Frieden beilegen können, wenn Sie nicht eben zu sehr auf Ihre Macht trotzen, und Recht und Gesetz auch für uns gelten lassen.«
»Das versteht sich von selbst,« rief der Alkalde aus Concepcion rasch.
»Schön,« sagte der Alte, der übrigens keine Waffe in den Händen trug, »dann können wir Ihnen den Beweis liefern, daß das arme Mädchen, welches Sie eines Mordes anklagen, nur in einem Akt der Nothwehr handelte, als sie jenen nichtsnutzigen Mulatten, der den Tod schon zehnmal verdient hatte —«
»Sie stach ihn meuchelmörderisch nieder,« schrie Señor Cerro dazwischen. —
»Ueber den Haufen stieß,« fuhr der alte Neger ruhig fort. »Und was den weggelaufenen Diener betrifft, für den jener Herr da die Auslösungssumme schon in der Tasche hat, und nicht wieder herausgeben wollte, so braucht er uns nur die Beweise zu liefern, wofür ihm José 120 Dollars schuldet, und wenn die Belege alle richtig sind, soll ihm entweder das noch fehlende Geld ausgezahlt werden, oder er seinen Diener zurückbekommen. Finden Sie das nicht in der Ordnung?«
»Gegen das Letzte ließe sich allerdings nichts —«