»Madame erlauben mir vielleicht, daß ich Ihnen behülflich bin,« sagte da vortretend Fosca, — »es versteht sich von selbst, daß Sie alle Werthsachen ausliefern, um den Staat für etwaige entstehende Unkosten zu decken.«
»Ich verstehe,« sagte die Señora kalt. — »Sie haben volle Freiheit hier, Señor —«
»Wo ist der Mulatte, der da noch eben in der Thüre stand?«
»Haben Sie Auftrag, auch ihn wegen Hochverrathes zu verhaften?« fragte die junge Frau mit einem bitteren Lächeln.
Fosca schritt rasch der kleinen Hinterthüre zu, aber der Mulatte war verschwunden und über die schwanken Bambusstäbe, die da draußen die Brücke zu dem Hintergebäude bildeten, wagte er nicht, ihm zu folgen. Ohne Weiteres machte er sich dagegen über die wenigen Schränke her. Von dem Bette riß er ein Tuch herunter und breitete es auf den Boden, dann warf er darauf, was ihn des Mitnehmens werth dünkte, band es zusammen und gab es einem der Soldaten zum Tragen. Aber er schien noch nicht befriedigt, denn er hatte bis jetzt kein baares Geld gefunden und wandte sich deshalb an die Frau.
»Nehmen Sie, was Sie finden,« sagte diese verächtlich, »und verlangen Sie nur nicht, daß ich Ihnen suchen helfe. — Ich wüßte übrigens nicht, daß der Staat seine Beamten zum Plündern in die Häuser schickt.«
Fosca durchwühlte noch eine Zeitlang alle Fächer, aber die Zeit mochte ihm selber dabei zu lang währen. Vor Allem mußte er seine Gefangenen an Bord und in Sicherheit schaffen — nachher konnte er ja noch immer hierher zurückkehren. Indessen beorderte er zwei von den Soldaten, auf Wacht zu bleiben und Niemanden hinauf zu lassen. Zwei Andere trugen indessen den Gefangenen zur Treppe, wo andere standen, sie zu unterstützen. Aber Ramos richtete sich hier auf und stieg selber die Stufen hinab. Widersetzlichkeit hätte auch nichts geholfen und ihn selber nur den Mißhandlungen der Buben ausgesetzt.
Vor dem Hause hatten sich indeß eine Menge von Menschen versammelt, und untereinander flüsterten die Leute und bedauerten die arme Frau und das Kind, aber Niemand wagte ihnen thätlich beizustehen. Wer konnte auch wissen, welches furchtbare Verbrechen die Beiden begangen hatten!