»Ja, mein braver Bursche,« sagte der Schoonermann, »das ist Alles recht schön und gut, aber so viel ich weiß, haben sie sie schon an Bord des Schiffes und was können wir da machen?«

»Ach nein, Señor,« rief der Mulatte rasch, — »das Boot war abgefahren — Señor Fosca konnte nicht fort — er war sehr böse und hat sie jetzt so lange unter das Haus des Alkalden gethan — einen Platz, wo sich sonst die Kühe und Schweine aufhalten. — Meine arme, arme Señora!«

Stimmen wurden laut draußen und sechs oder acht der Schiffssoldaten drangen in den Raum.

»Hallo, Señores!« sagte Monsieur Renard. — »Was wünschen Sie? Auf der Jagd nach Hochverräthern, wie?«

»Ein Officier ist von unserem Schiff entflohen,« sagte der Eine der Leute barsch, »ein Franzose, einer von Euren Landsleuten und wir sollen hier nachsuchen, ob er sich nicht in Eurer Wohnung aufhält. Ist er da, so gebt ihn heraus, denn er kann nicht fort. Unsere beiden Boote kreuzen an der anderen Seite und wir müssen ihn wieder haben. Almirante hat 50 Dollar geboten, wer ihn wiederbringt.«

»Peste!« murmelte Monsieur Renard leise zwischen den Zähnen, während die übrigen Gäste den Laden verließen, um mit dem braunen wilden Volk in keine Berührung zu kommen. — »Aber, Señores, hier ist er nicht, so viel sehen Sie, er müßte sich denn während meiner Abwesenheit oben versteckt haben. Bitte, gehen Sie hinauf und durchsuchen Sie das ganze Haus. Ich würde nie einen Deserteur beherbergen.«

»O du lieber Himmel!« stöhnte der arme Mulatte und stützte sich mit dem Ellenbogen an das nämliche Faß, in dem Baptiste versteckt lag, »wer wird meiner armen Herrschaft helfen?«

»Kommen Sie nur, Señores,« sagte Renard, dem jetzt nur daran lag, die Leute aus dem Laden zu bringen, weil er sich ziemlich sicher wußte, daß sein Landsmann die ihm vergönnte Zeit zur Flucht benutzen würde. Die Soldaten, in der Hoffnung, den Entsprungenen zu finden, folgten ihm auch rasch; kaum hatten sie aber den unteren Raum verlassen, als Antonio, wie von einer Schlange gestochen, zurückschrak, denn aus dem Fasse heraus ergriff eine Hand seinen Arm — aber eine Stimme flüsterte gleich darauf:

»Ich helfe Dir, Camerad! Komm!« Mit einem Satze war der Franzose aus seinem Verstecke heraus, ergriff das Ruder, nahm, ohne besonders wählerisch zu sein, noch ein anderes von den dort lehnenden, das er dem Mulatten in die Hand drückte und zog den armen Teufel, der gar nicht wußte, was er von dem Allem denken sollte, mit sich und durch die Hinterthüre in's Freie hinaus.