»Ach was! Mache daß Du fortkommst, Braunfell!« schrie ihn der Postmeister an, der übrigens nicht viel lichter war wie Jener selber. »Wenn Deine Herrschaft nichts verbrochen hat, wird ihr auch nichts geschehen, und hat sie sich etwas eingebrockt, nun gut, dann bekommt sie jetzt Gelegenheit es auszuessen.«

»Es ist eigentlich eine wunderbare Geschichte, Don Gaspar,« sagte ein Mann, der einen kleinen Schooner hatte und mit diesem gewöhnlich Fahrten zwischen der Insel und den übrigen Küstenstrichen machte, »daß man den Ramos einsteckt, der beim Ansegeln der Fahrzeuge ruhig in seinem Hause saß, und Euch frei laufen ließ, der Ihr die Mannschaft nicht allein gegen den Usurpator — wie Ihr ihn nanntet — aufgeboten, nein, sogar Eure furchtbare Kanone auf die Feinde abgefeuert habt und jetzt seid Ihr auf einmal ein Herz und eine Seele mit der Gesellschaft —«

»Kümmert Euch um Euch selber!« rief Don Gaspar, dem das Gespräch nicht angenehm zu sein schien. — »So lange wir noch nicht wußten, daß wir es mit einer rechtmäßigen Regierung zu thun hatten, waren es unsere Feinde, und ich glaube, ich habe bewiesen, daß ich mein Leben und Blut für mein Vaterland wagen kann. Wie aber die Sache jetzt steht, mit einem wirklichen Regierungs-Commissair an Bord, der ordentliche Vollmacht vom Präsidenten hat —«

»Die aber noch Keiner von uns zu sehen bekommen,« unterbrach ihn der Andere wieder.

»Er braucht sie auch nicht Jedem unter die Nase zu reiben!« rief der kleine Mann ärgerlich, »und wir sollten froh sein, daß wir endlich geregelte Verhältnisse bekommen, denn diese ewigen Revolutionen bringen uns nur hier Gefahr und können uns nie etwas nützen.«

»Schöne geregelte Verhältnisse das,« sagte der Erste wieder, »wenn man friedliche Familien Nachts aus ihren Häusern holt und auf das erste beste Schiff schleppt!«

»Verbrecher müssen auch wie Verbrecher behandelt werden,« rief Don Gaspar, sein ausgetrunkenes Glas auf den Tisch stoßend. »Ehrliche Leute haben sich weder davor zu fürchten, noch sich darum zu kümmern.« Und seinen Hut auf das eine Ohr schiebend verließ er rasch das Haus.

»Ehrliche Leute!« lachte der Schoonermann hinter ihm her. — »Prachtvolle ehrliche Leute, die, alle Beide! — Weil der eine Lump Steuerdefraudationen begangen hat, mußte er bei Nacht und Nebel fort von hier, und weil er den Anderen nicht verrathen, muß der jetzt durch Dick und Dünn mit ihm, wenn er sich nicht selber an den Pranger stellen will.«

»Oh por amor de Dios, helft meiner armen Herrschaft!« bat der Mulatte noch einmal. — »Hat mein armer Herr jemals einen Menschen gekränkt? — Hat die gute liebe Dame nicht vielen, vielen Armen Wohlthaten erzeigt, und war sie nicht immer lieb und freundlich gegen Jeden, Jeden?«