»He da! Ist das nicht ein Boot?«

Keine Antwort folgte.

»Caracho! Warum antwortet Ihr nicht? — Schieß, Pablo!«

»Vorwärts um der heiligen Jungfrau willen!« drängte Baptiste. — »Sie sind noch nicht flott. Jeder Ruderschlag bringt uns weiter aus dem Bereich ihrer verdammten Flinten.«

Es dauerte wohl zwei Minuten, bis sie den scharfen Blitz eines abgefeuerten Gewehres sahen, aber gute Schützen sind diese spanischen Abkömmlinge nicht, schlechte Gewehre hatten sie ebenfalls und im Dunkeln auf den Schatten eines Bootes zu halten ist ein schwieriges Ding. Die Kugel schlug wenigstens vier oder fünf Ellen rechts von den Fliehenden auf das Wasser. Und kein zweiter Schuß folgte. Die Mannschaft wollte sich wahrscheinlich nicht auf das unsichere Feuern verlassen und lieber ihr Boot rasch wieder flott bekommen.

Dann antworteten wieder einige Schüsse von dem verfolgenden Boot, und die Burschen des gestrandeten schrien als Antwort so laut sie konnten.

»Jetzt links hinüber, Señora!« rief da Baptiste. — »Immer an den Manglaren hin! Dort ist tiefes Wasser, bis wir an die nächste Punta kommen. Sie ist nicht mehr weit, und haben wir erst die zweite Mündung des Mira hinter uns, dann sind wir gerettet.«

Die Leute arbeiteten mit Anspannung aller ihrer Kräfte und selbst Pedro leistete Außerordentliches, denn es schien ihm selber nicht viel daran zu liegen, in den eben erst verlassenen Kriegsdienst zurückzukehren.

Deutlich konnten sie jetzt noch einmal die Zurufe von den verschiedenen Booten unterscheiden; auch die Ruder hörten sie wieder knarren, aber die Verfolger, mit dem Terrain kaum genau bekannt, schienen unsicher geworden zu sein, welche Richtung das flüchtige Boot genommen habe. Vielleicht fürchteten sie auch mit der Ebbe hinaus in See genommen zu werden.

Eine Viertelstunde später herrschte Todtenstille auf dem Wasser, die nur durch das leise Plätschern der Ruder unterbrochen wurde. Sie waren gerettet.