Abb. 33. Domkapelle in Goslar.
(Nach einer Photographie von F. Rose in Wernigerode.)

Mundarten.

Die Verschiedenartigkeit der Volksstämme im Harze zeigt sich vor allem in der Mannigfaltigkeit der hier herrschenden Mundarten.

Abb. 34. Wiederaufrichtung des Deutschen Reiches.
Wandgemälde von Professor Hermann Wislicenus im Kaiserhause zu Goslar.
(Nach einer Photographie im Verlag von Jul. Brumby in Goslar.)

Der größte Teil des Harzes spricht niedersächsisch („Plattdeutsch“), der ganze Westrand vom Ravensberg (zwischen Sachsa und Lauterberg) bis Hahausen und der Nord- und Ostrand von Hahausen bis Ballenstedt, sowie bis auf die Sprachinsel des Oberharzes der ganze Nordosten des Gebirges bis Braunlage, Benneckenstein, Trautenstein, Hasselfelde, Suderode und Gernrode. Dieser ganze niedersächsische Harz gehört zu dem einen der beiden großen „Michquartiere“ in Deutschland: der Akkusativ mek und dek (mich und dich) wird auch für den Dativ gebraucht; auch wird dem zweiten Partizip statt des hochdeutschen ge ein kurzes e vorgeschlagen, z. B. bei hett mek eraupen oder eröupen (er hat mich gerufen), hei hett et mek egeeben (er hat es mir gegeben). Ek und mek wird im Osten lang, im Westen kurz, und das s in den Anlauten sm, sl, sn, sw, sp, st nur im Osten sch gesprochen. Auffällig ist auch die Verschiedenheit in der Konjugation des Präsens; der Westen und Norden sagt: weï drinket, jei (jï) drinket, sei drinket, das südöstliche Drittel wie im Hochdeutschen wei (in Elbingerode, Schierke, Benneckenstein mei), jï, sei drinken. Die nördlichsten Orte dieses Drittels sind Braunlage, Elend, Schierke, Elbingerode, Blankenburg, Börnecke.