Caspar Bernauer. Viel Ehre für mich!
Albrecht (folgt, zu Agnes). Jungfrau, warum erteilt Ihr auf den
Turnieren nicht den Dank? Was durch Eure Hände geht, ist edler, als
Gold, und köstlicher, als Edelstein, wär's auch nur ein grüner Zweig,
vom nächsten Busch gebrochen!
Caspar Bernauer. Meine Tochter ist an solche Reden nicht gewöhnt, gnädiger Herr; fragt sie aus den sieben Hauptstücken unseres allerheiligsten Glaubens, und sie wird nicht verstummen!
Agnes. Nicht doch, Vater, der Herzog von Bayern will seine Braut so anreden und macht bei der Bürgerstochter von Augsburg nur die Probe!
Caspar Bernauer. Wohl gesprochen, Agnes, aber zum Antworten hast du keine Vollmacht, darum danke Seiner Fürstlichen Gnaden für die Herablassung und komm!
Albrecht. Warum, störriger Alter? Noch habe ich ja kaum den Ton ihrer Stimme gehört, noch kamen die vierundzwanzig Buchstaben nicht alle über ihre Lippen! (Abgewandt.) Ha, ich könnt' sie bitten: sprich dies Wort aus, oder das, oder jenes, nicht des Sinns wegen, nur damit ich erfahre, mit wieviel Musik dein Mund es beschenkt! (Zu Caspar Bernauer.) Ihr geht doch? So müßt Ihr mir gestatten, Euch zu begleiten! Euer Schatten weicht eher von Euren Schritten, als ich!
Caspar Bernauer. Euresgleichen würde neidisch werden!
Törring (faßt Caspar Bernauer unter dem Arm). Bayerns Herzog hat hier seinesgleichen nicht!
(Er führt ihn ab, Nothhafft von Wernberg gesellt sich zu
Knippeldollinger und folgt.)
Albrecht (zu Agnes, die ebenfalls folgt und sich ihrem Vater zu nähern sucht). Mädchen, ich täuschte mich nicht, du hast heut morgen nach mir gesehen. Galt der Blick mir oder meinem venezianischen Helmbusch?