Gyges.
Und in der Zwischenzeit ein wenig plaudern!
Du bist ja um die Königin, ihr schmeckt
Der Pfirsich sicher nur, wenn du ihn brachst:
Sprich mir von ihr!

Lesbia.
Von ihr!

Gyges.
Ich meine nur!—
Von etwas andrem, wenn du willst! Vom Garten,
In dem sie wandelt, oder von den Blumen,
Die sie am liebsten pflückt! Auch von dir selbst!
Ich hör es gern! Worin seid ihr euch gleich?
Sag's rasch, damit du rasch mir teuer wirst!
An Wuchs? Nicht ganz! Noch minder an Gestalt!
Doch dafür ist das Haar dir schwarz, wie ihr,
Nur nicht so voll—ihr kriecht es ums Gesicht
Herum, wie um den Abendstern die Nacht!—
Was hast du sonst von ihr?

Lesbia (macht eine unwillkürliche Bewegung).

Gyges.
Nein, bleibe stehn!
Im Gange ist sie einzig! Wenn du schreitest,
So sieht man, du willst dahin oder dorthin,
Dich reizt die Dattel, oder auch der Quell,
Doch wenn sie sich bewegt, so blicken wir
Empor zum Himmel, ob nicht Helios
Den goldnen Sonnenwagen eilig senke,
Um sie hineinzuheben und mit ihr
Dahinzuziehn in alle Ewigkeit!

Lesbia.
Ja, sie ist schön!

Gyges. Du
schlägst die Augen nieder?
Ei, Mägdlein, die erhebe, denn mir deucht,
Die sprühen, wie die ihrigen!

Lesbia (lacht krampfhaft). Vielleicht
In dieser Stunde!

Gyges.
Tat mein Wort dir weh?

Lesbia.
Ich glaub, ich lachte, und nun darf ich gehn!