Kandaules.
Was machst du, Gyges?
Gyges.
Herr, ich danke dir,
Daß du dies Werk durch mich vollbringen wolltest:
Es bleibt das Deinige!
Kandaules.
Du willst, wie's scheint,
Den Enkel des Herakles einmal sehn,
Nimm dich in acht, er schläft nicht gar zu fest!
Gyges.
Konnt' ich dich heute kränken?
Kandaules.
Nein! Vergib!
Doch geh sogleich und nimm dir aus dem Schatz
Das Doppelte von dem, was du verschenktest,
Dein Tun verdroß mich, und es schmerzt mich noch!
Gyges.
Verzeih mir, wenn ich nicht gehorchen kann!
Das alles ward auf einmal mir zur Last,
Und da sich jetzt zu Gold und Edelstein
Die schöne Sklavin noch hinzugesellte,
So nutzt' ich ihren schlanken weißen Nacken
Und hing die Kostbarkeiten daran auf.
Ich kann nichts weiter brauchen, als mein Schwert,
Doch, wenn du dich mir gnädig zeigen willst,
So schenke mir die Köpfe deiner Feinde,
Ich sammle sie bis auf den letzten ein.
Kandaules.
Du bist ein andrer, Gyges, als du warst.
Gyges.
Ich bin es, Herr.
Kandaules. Du liebst!
Gyges.
Ich hätt' das Mägdlein
Zusammenhauen können: liebe ich?