Kandaules.
Die Nacht ist reich
An Schällen und an seltsam fremden Klängen,
Und wer nicht schläft, hört viel.

Rhodope.
Es rasselte.

Kandaules.
Ein Mauerwurm!

Rhodope. Es klang, als ob ein Schwert An etwas streifte.

Kandaules. Mag's! Wo wär' der
Ton,
Den die Natur in wunderlicher Laune
Nicht irgendeinem possenhaften Tier
Als Stimme einverleibte? Reiß einmal
Dein Kleid entzwei und merke dir den Laut,
Ich schaff dir ein Insekt, das ganz so schnarrt.

Rhodope.
Auch seufzen hörte ich.

Kandaules.
Und seufzen Mörder?

Rhodope.
Nein, nein! Das ist's!

Kandaules.
Der kühle Nachtwind war's,
Er wollte dir um Mund und Wangen spielen
Und seufzte, als er nur auf Mauern stieß.
Ei, gibt's doch Bäume, die, wie jener Stein
Das Licht des Tages trinkt, um es im Dunkeln
Zurückzugeben, Klang und Schall verschlucken,
Die singen, plappern, ächzen dann bei Nacht!

Rhodope.
So nimmst du es? Noch mehr! Mir fehlt ein Schmuck