Joseph.
Ich bin nicht der, der Tote wecken kann!
Alexandra (mit Hohn gegen Mariamne).
Wohl wahr! Sonst wärst du sicher mitgezogen,
Um deinen Herrn, wenn ihn sein Knien und Flehn
Vor dem Liktorenbeil nicht schützen sollte—
Mariamne.
Er kniet und fleht!
Joseph (zu Mariamne).
Ich kann dir zeigen wie!
"Man hat mich des geziehn!" Ich räum es ein.
"Des aber nicht!" Ich füg es gleich hinzu,
Damit du alles weißt!—So wird er's machen.
Alexandra.
Prahlst du für ihn?
Joseph.
So hat er's schon gemacht!
Ich stand dabei, da ihn die Pharisäer
Verklagen wollten beim Antonius.
Er hatte es statt ihrer selbst getan,
Vorausgeeilt ins Lager, wie er war,
Und sagte, als sie kamen, Punkt für Punkt
Die Rechnung wiederholend und ergänzend:
Sprecht, ob ich etwas ausließ oder nicht!
Den Ausfall kennst du, mancher von den Klägern
Verlor den starren Kopf, als sie nicht wichen,
Er trug des Römers volle Gunst davon.
Alexandra.
Da waren beide jünger, wie sie jetzt sind.
Des einen übermut gefiel dem andern
Und um so mehr; weil er auf fremde Kosten
Geübt ward, nicht auf eigne. Kann dem Römer
Der Pharisäer denn was sein, des Zunge
Beständig Aufruhr predigt gegen Rom?
Wer dem den Bart rauft, kürzt sein Ansehn! dachte
Antonius und lachte, doch ich zweifle,
Ob er das auch geschehn läßt an sich selbst!
Joseph.
Du sprichst, als wünschtest du—
Alexandra.
Ob unsre Wünsche
Zusammengehn, ob nicht, was kümmert's dich?
Halt du den deinen fest! Für dich ist's wichtig,
Daß er zurückkehrt!
Joseph.
Meinst du? Wenn für mich,
So auch für dich!