Herodes (für sich).
Ha, Mariamne! Aber—dazu lach ich;
Denn davor werd' ich mich zu schützen wissen,
So oder so, es komme, wie es will!—
(Zu Joab.) Und welchen Auftrag gab er dir für mich?
Joab.
Gar keinen! Wenn ich einen Auftrag hätte,
So hätt' ich dir dies alles nicht erzählt!
Nun schien's mir nötig!
Herodes.
Wohl'—Du gehst sogleich
Zurück nach Alexandrien mit mir
Und darfst die Königsburg nicht mehr verlassen!
Joab.
Ich werd auch in der Burg mit keinem reden!
Herodes.
Ich glaub's! Wer stirbt den Tod am Kreuz auch gern,
Besonders, wenn die Feige eben reift!
Mein Stummer wird erwürgt und sollt' er fragen
Warum, so sagt man: Weil du fragen kannst!
(Für sich.) Nun weiß ich's denn, durch wen die alte Schlange
So oft erfuhr, was ich—Ein böses Weib!
(Zu Joab.) Besorge das! Ich muß den Kopf noch sehn,
Ich will ihn meiner Schwiegermutter schicken!
(Für sich.) Sie braucht ein Warnungszeichen, wie es scheint.
Joab.
Sogleich!
Herodes.
Noch eins! Der junge Galiläer
Tritt für ihn ein, der Sohn des Serubabel.
Den will ich auch noch sprechen, eh' wir ziehn!
(Joab ab.)
Zweite Szene
Herodes (allein).
Nun gilt's! Noch einmal! hätt' ich bald gesagt,
Allein ich seh kein Ende ab. Ich gleiche
Dem Mann der Fabel, den der Löwe vorn,
Der Tiger hinten packte, dem die Geier
Mit Schnäbeln und mit Klau'n von oben drohten,
Und der auf einem Schlangenklumpen stand.
Gleichviel! Ich wehre mich, so gut ich kann,
Und gegen jeden Feind mit seiner Waffe,
Das sei von jetzt mir Regel und Gesetz.
Wie lang es dauern wird, mich soll's nicht kümmern,
Wenn ich nur bis ans Ende mich behaupte
Und nichts verliere, was ich mein genannt,
Dies Ende komme nun, sobald es will!