Herr segen din Wurt an uns’ Harten. Amen.


Wi hebben dat wagt. Wi hebb’n ’nen plattdütschen Gottesdeinst ansett’. Un dat is uns nich leed. Ick freug mi, dat dei Stun’n nu dor is, wo wi Gotts Wurt up plattdütsch hür’n kön’n, wo wi sing’n un beden dör’n in dei Sprak, dei uns eis uns’ Mudder hett lihrt. Ick freug mi, dat’t noch so veel Minschen giwwt, dei in de grote Stadt de lütte Stadt un dat lütte Dörp nich vergäten kön’n, wo sei burn un tagen sünd. Nee, wi kön’n uns’ oll Heimat nich vergäten, und wenn wi hunnert Johr olt würd’n. Bet an’n Dod beholln wi dei Städ leiw, wo uns de Sünn von’n Häwen tauirst lücht hett, wo de Storm un de Blitz uns tauirst den allmächtigen Herrgott verklort hebben, wo dat irste Minschenog sick oewer uns’ Weig nedder neigt hett, wo de Mudder uns tauirst mit Freuden up’n Schot nahmen un de Vadder uns de Lihren von de Weisheit un dat Christentum in dat Hart grawen hett. Twors is de Gegend nich beräumt, de wi uns’ Heimat nenn’n. Kein Water is dor, kein Holt un kein Barg, oewer t’is uns’ Heimat un dorüm is sei so schön, so schön. Wat hebb’n wi spält up de Strat un in de Gatz up’n Markt un dor achter an de Mu’er. Wat hebb’n wi uns Bläumungs plückt an’n Weg, dei dörch de gräunen Feller güng, wat hebb’n wi Slietschauh lopen, wenn de Paul taufror’n was. Uns’ Schaul was man ’ne lütt Stuw mit olle Disch un leg’ Bänk, oewer t’was uns’ Schaul, un dorüm was sei so grot. Uns’ Lihrer was ’n ollen frommen Mann, de’t oewerall gaud meinen ded. Wat hett hei sick för Mäuh gebb’n, uns dat tau lihr’n wat wi nödig hedd’n för’t Lewen. Un uns’ Schaulkameraden wiren idel prächtige Kinner! Uns’ Frün’n — wat wirn dat för dägte Jungns, un din Fründin’n, wat wirn dat för ranke Dierns! Un uns’ Unkel bian was ok ’nen gauden Mann, un uns’ Tanten, dei sin Fru was un uns’ Pät, hadd ümmer för uns en apene Hand. Oewer dat beste was doch uns’ Vadderhus. ’N lütt Hus, mit Stroh deckt, oewer uns’ Vadderhus, uns’ Welt! Uns’ Vadder was de beste Mann in’t ganze Dörp — wat hett hei för uns schafft! Uns’ Mudder was de beste Fru in de ganze Welt — wat hett sei för uns sorgt! So männig mal hett sei uns n’ Borring schmeert un sei sülmen et drög Brod. Wenn’t schummrig worden was in de lütt Stuw — denn sett’t sei sick an den warmen Kachelaben un wi Kinner sett’ten uns üm sei rüm un uns’ lütt Schwesting kröp ehr up’n Schot — hürst du noch, woans de Bratäppel in de Abenrühr schmurten? — Un denn vertellte uns de Mudder de ollen Geschichten, dei se von ehr Größing lihrt hadd, von Rottkäppen un von den Jung’n, dei utgüng, dat Gruseln tau lihren. Un von Jesu vertellte sei uns, von den groten Kinnerfründ, dei de Lütten segn’t un de Groten nich verflucht — un denn süng sei mit uns de ollen frommen Leeder von’n hilligen Christ. Un wenn denn Wihnachten wir, dann stek sei uns den Wihnachtsbom an un leggt uns de Gawen up’n Disch, dei sei süllwst makt hadd mit ehre flitigen Hän’n. Un uns’ Vadder müßt uns de Julklapp rinschmieten. Un’t abend’s, wenn wi tau Bett gahn wirn, kem de Mudder noch eis tau uns ran: Kinding, wat bedst du hüt Abend? Ick bed den Vers, den wi hüt in de Schaul lihrt hebben. Recht so, min Kinding, den bed man. Oewer sei sülwen hett den Vers nich bedt, den sei in de Schaul lihrt hett, — sei red’ mit ehren Gott, as ehr üm dat Hart was, sei red plattdütsch mit ehren Gott. Un Gott hett sei hürt un hett sei segn’t un dörch sei ok uns un uns’ Kinner. Un mit einmal hürten wi dat Wurt: Gah ut din Vadderland un von din Fründschaft un ut din Vadder sin Hus in ein Land dat ick di wiesen will. Un wi güngen un keken uns ümmer wedder üm, ümmer wedder, bet wi den Kirchtorm nich mihr seihn kün’n. Un uns’ Herrgott wiest uns ein Land ball dit un ball dat. Wi segen frömde Länner un hürten frömde Spraken — oewer uns’ Hart liehrte de Sähnsucht. Dat Heimweh kem oewer uns, brennte in uns as Füer. Uns was tau Maud as Annemariek Schulten up’n Sassenbarg tau Maud was in klore Stun’n, ok wie hebben schrägen: ick möt furt, ick möt furt. Un wi güngen furt un kemen nah Hus. De Minschen kennten uns kum noch, doch uns’ Mudder kennte uns gliek. Sei nehm uns bi de Hand un güng mit uns nah’n Kirchhof an unsen Vadder sin frisch Graw. Un up de Krüze oewerall stun’n Namens, dei wi oft hürt un oft näumt hadden. Liesing süng de Wind oewer dat Dodenfeld un liesing süng dat dörch uns’ Seel: Ut de Jugendtid, ut de Jugendtid klingt ein Lied mi ümmer dor, ach wur liggt so wit, wat eis min wier. Un as wi nahsten uns’ Mudder in dat Graw leggt hedden — schlöt sich sachting achter uns de Dör tau’n Paradies. Sörre dei Tid hebben wi de olle Heimat nich mihr. Gott hedd sin Wurt wahr makt. Hei hett uns ’n anner Land wies’t, hett uns ’ne anner Heimat gewen. Hei hedd uns tau’m groten Volk makt. Hett di Fru un Kinner gew’n, un di ’nen Mann. Jungs un Dierns speelen üm di rüm, Fleesch von din Fleesch, un Blaut von din Blaut. Wi hebben truge Nahwers un gode Frün’n. Gott hedd uns seg’nt. Hedd uns Arbeit gewen, dei wi lasten kön’n. Hei giwwt uns Lohn för uns’ Arbeit. Wi hebb’n uns’ däglich Brot sülwst in schwere Tid, un männig ein hedd noch mihr. De Herrgott giwwt ok in de Wüst tau dat Brod den Fisch un makt dat Water, dat bitter schmeckt, uns säut. Gott hedd uns enen groten Namen gewen: De Lüd reden mit Achtung von uns. Weck nen’n uns Fründ un Bräuding, un de gröt’st Nam kem uns von säute Kinnerlippen: Vadding, Mudding. Männig einen hebben wi helpen künnt mit Rat un Dat. T’is wohr: Du sast ’nen Segen sin. Oewer, oewer wi sünd nich glücklich, wi sünd nich taufreeden. Dörch uns’ Seel geiht ein deipes Sähnen. Uemmer wedder stött uns dat up: Dat disse arme Ird nich uns’ Heimat is. Wi säuken ein beteres Vadderland, ’ne niege Heimat. Wi luren dorup, dat Gott tau uns seggt: Gah in dat Land, dat ick di wiesen will. Tweidusend Johr sünd dat nu all her. In Nazareth lewte ein Timmermann. Jesus was sin Nam. Eis hürt’ hei de Gottesstimm: Gah ut din Vadderland un ut din Fründschaft un ut din Vadder sin Hus in dat Land, dat ick di wiesen will. Un dat Land, dat Gott em wiesen ded, dat wir sin nieges Amt, hei süll de Messias sin, ’nen heimlichen König, dei dat Gottesriek up Irden upprichten süll. Minschen süll hei sammeln, veel Minschen, dei Gott as ehren König ansehn un em, Jesum, as den Königssöhn, dei Gott sinen Willen an sich gescheihen laten un dei Gott sinen Willen dauhn. Dat künn hei nich in Nazareth, dat künn hei nich as Timmermann. Hei güng in de Frömd. Hei verleet Nazareth, sin Mudder, sine Bräuder, sine Schwestern, sin Gewarw, sin Vadder sin Graw. Allens verleet hei. Ohn Rast un ohn Rauh güng hei dörch dat Land un lihrte un hülp de Armen un makte de Kranken gesund. Hei hadd kein Hüsung. Gode Lüd nehmen em bi sich up un hebben em tau eten geben. Allens verleet hei. Sine Mudder verstunn em nich; sei meinte, dat hei sinen Schick nich hedd. Sine Bräuder un sine Schwestern wullen nicks mihr von em weiten un sine Jünger kunn’n dat nich begriepen, wat hei tau sei sed von Gott un von Gott sin Riek. De Juden würd’n em arg. De Pharisäer würd’n em falsch. De Soldaten müßten em an dat Krüz schlag’n. Dor müßt hei leiden un starwen, verlaten von alle Minschen. Angst steg in em up, dat Gott em uk verlaten künn. Oewer Gott hedd em nich verlaten. Dei bleew bi em. Dei bleew in em. Gott sin Hart was sine Heimat in’n Lewen un in’t Starwen. Un dat is dat Land, dat Gott uns wiesen will dörch sinen Söhn Jesum Christ: Sin Hart, sin Vadderhart. In Gott sall uns Heimat sin. Abram müßt ut sin Vadderland, von sine Fründschaft un ut sin Vadder sin Hus gahn, wil dat hei den Glowen an den einen lebendigen Gott behollen sull. Will’n wi dissen Glowen behollen, den uns’ Vadder uns lihrt hedd, will’n wi dissen Glowen wedder finn’n, den uns’ Mudder uns in dat Hart bed’t hedd — denn möten wi allens verlaten, wat uns leiwer sin künn as uns’ Gott un uns ganz un gor in de Hänn un an dat Hart von uns’n Gott leggen, so as Abram, so as Jesus dat dahn hedd. Jesus hett Recht: Nümms kümmt tau’n Vadder as dörch mi. Hei is de Dör, dörch dei wi ingahn in uns’n Gott sin Vadderhus. Un disse Purt is eng, disse Purt ist sihr eng: allens möten wi affleggen, wat uns hinnern künn dörch dei Purt tau gahn, all uns’ Sorgen, all uns’ Sün’n, all uns’ falsche Leiw. Ja, wenn’t Minschen giwt, dei uns upholl’n tau Gott tau kamen, Minschen, dei wi leiw hebben, dei wie sihr leiw hebben, — wi möten up sei verzichten. Jesus hett Recht: wer Vadder oder Mudder oder Brauder oder Schwester mihr leiw hedd as mi, dei is min nich wirt. Un de Jünger seggen: Wi hebben allens verlaten üm dinetwillen, un sünd di nahfolgt. Dat möten wi dauhn: wi möten allens verlaten üm Jesu willen, em nahfolgen, sine Jünger ward’n. Un sine Jünger sünd wi, wenn wi uns unnereinanner leiwen, as Jesus sine Jünger leiwt hedd. Un wi weiten, woans hei sine Jünger leiwt hedd: sin junges, starkes Lewen hett hei vör sei dorhengewen, nich blot, as hei an’t Krüz starwen ded, de Unschüllige för de Schülligen, de Reine för de Unreinen. ’T giwt veel Minschen, dei nah Leiw verlangen in eine Welt vull Haß. O, dat wi uns unnereinanner mihr leiwen deden! Wi würden Jesu Jünger sin, wi würden sine Deiner sin, un wo hei is, dor sälen ok sine Deiner sin: Bi Gott, in Gott. Wenn wi leiwen, is Gott in uns, sünd wi in em, hedd uns’ Seel de Heimat, de Rauh in em funnen, de Heimat, dei dor bliwt. Un dat is de grote Nam, den’n Gott uns makt: Wi heiten Gott sine Kinner. Un noch einmol hürn wi dat Wurt: Gah ut din Vadderland un von dine Fründschaft un ut din Vadder sin Hus in ein Land, dat ick di wiesen will. Un Gott wiest uns ein Land. Dit Land liggt nich up disse Ird, dit Land liggt up de anner Welt. Un tüschen hier un dor liggt ’n grotes, grotes Water. Dor weiht ’n harten Storm, dor gahn de Bülgen hoch. Angst kriegt männig ein, wenn hei denkt an sinen Dod. Un Angst kriegt jederein, den de schwarte Vagel mit sine Flüchten berührt. Äwer wes’ nich bang! De Herr wiest di dat Land, un hei is mächtiger noch as de Dod. Jesus stürt dat Schipp, dat oewer dat grote Water führt. Sine starken Hänn drägen uns an dat Land, dat uns’ niege Heimat is. Dor makt uns Gott tau’m groten Volk: hei giwt uns dei wedder, dei vör uns storwen sünd, un hei giwt uns dei wedder, dei nah uns starw’n ward’n. Hei segn’t uns: hei wischt af all dei Tranen, dei wi hier un’n weint hebben, ok dei, dei wi nachtens weint hebben, wenn wi nich slapen künn’n vör Sorg un vör Hartweihdag. Hei giwt uns dat Lewen, dat nie nich uphürt. Hei makt uns einen groten Namen. Wi heiten Hillige un wi heiten Selige. Un hebben wi Glowen hollen bet an’t Enn, Kinner un Kinneskinner, dei uns hebben starwen seihn, lihren den rechten Glowen un ward’n selig. So wat’t wohr, wat de Herr seggt: du sast ein Segen sin. Un nu hür nipping tau: Hüt seggt de Herr tau di: Gah ut din Vadderland un ut din Fründschaft un ut din Vadder sin Hus, in ein Land, dat ick di wiesen will. Nu weitst du, wat dit Wurt för di bedüd’t. Nu gah in dat Land, dat de Herrgott di wiest, as Abram, as Jesus in Gehursam un Tauvertrugen. Gah in Glowen den Weg, den din Herrgott, din Vadder di wiest, den Weg ut de olle in de nige Heimat.

Amen!


11.
Ansprache
bei der Gedächtnisfeier des deutschen Kriegerbundes 1921 auf dem Ehrenfriedhof in Lübeck von Hauptpastor Mildenstein in Lübeck.

Herrgodd in Hewen, wi ehrt Di un lawt Dinen Namen,

Lat doch Din Kraft un Din Segen hüt up uns dal kamen.

Wi sünd in Not,