Über Thüringen donnerte noch immer das Gewitter. In Wasserfluten schien Deutschland zu ertrinken. Man sah die Wartburg nicht mehr. Von West und Nord und Ost krachten die flammenden Fluten.
Automobile sausten im Unwetter nach der Bahn; die Wartburg hatte sich rasch geleert; es war eine Flucht, ein zersprengtes Heer.
Im stillen Zimmer schritt Ingo auf und ab. Er hatte sich unbeachtet nach der Tafel zurückgezogen; ihm war leicht, frei und heiter zumute. Die letzte Versuchung lag hinter ihm.
Da hielt ein ratterndes Auto vor dem Hotel: Major von Trotzendorff stürmte herauf.
„Junge, wie war's? Mach' schnell, ich muß nach der Bahn! Wie war's? Hab' dich ja gar nicht mehr erwischen können, war unausgesetzt in Anspruch genommen!”
„Treuer, unermüdlicher Richard, vor allen Dingen Dank!”
„Unsinn! Sag', voran, wie war's da oben, alter Freund?”
„Nun, was soll denn da oben Besondres gewesen sein?”
„Was sagte der hohe Herr? Raus mit der Sprache! Ich hab' keine Zeit, das Auto wartet mit zwei Herren vom Hofe!”