Der Einsame war in seinem unbefriedigten Schaffensdrang nahe daran, wehmütig zu werden. Aber in seinem gesunden Blutumlauf hatten weder Zweifel noch Grübelei Raum. Eine halbe Stunde später lag der Goetheband auf dem Teppich, und der glückliche Besitzer und Verehrer des Buches lag auf dem Diwan und schlief mit gekreuzten Armen.
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Es klopfte leise an Ingos Tür.
Ingo schlief.
Es klopfte abermals.
Ingo schlief.
Die Tür tat sich auf, und eine Dame stand im Zimmer, ohne Hut und Handschuhe.
Jetzt fuhr der Schlafende empor und sprang sofort auf die Füße, verworren die Augen reibend.
Das Glück stand an der Tür.
Erst war er der Meinung, es hätte sich jemand in der Zimmernummer geirrt. Dann aber, obschon bereits Dämmerung war, erkannte er jählings, wer vor ihm stand.