Sie kam endlich, öffnete ein wenig und schaute mit verweinten Augen heraus.

Er küßte ihre Hand und sagte innig und mit aufmunterndem Humor:

„Friedelchen, wollen wir zu guter Letzt sentimental werden? Wollen wir nicht lieber heute noch abfahren und durch die Provence wandern?”

Ihr Taschentuch zuckte vom Gesicht hinweg.

„Wirklich? Wollen wir fort?”

„Aber achtest du mich denn noch, Ingo?” kam es verzagt hinterher.

„Wunderliches Friedelchen,” lachte er, „glaubst du denn, ich könnte jemals wirklich vergessen, was du und Richard mir getan habt? Das steht in der Chronik der Ewigkeit; dort wollen wir einander hoffentlich hell und heiter begegnen. Nicht wahr?”

„Ja, Ingo”, sagte sie kindlich und legte die Hände in die seinen. „Du bist gut, Ingo.”

Und die Augen trocknend fügte sie hinzu:

„Geh nun hinunter zu Richard, Lieber, und entschuldigt mich bis zu Mittag! Und — und, Ingo, wenn wir wirklich fahren würden, ich würde ja jubeln, von hier fortzukommen!”