Er zog ein Blatt hervor. Sie fuhr auf.

»Etwas Geschriebenes? Hat er noch etwas hinterlassen?«

»Ein unvollendetes Gedicht —«

»Gib, gib!«

»Darf ich dir's vorlesen? Es ist kaum noch hell genug. Doch komm, wir setzen uns hier ans Grab. Morgen früh fahr' ich nach Heidelberg. Du bist die Letzte, mit der ich mich aussprechen wollte. Lisy soll mich nicht begleiten; sie spricht geläufig Französisch und wird sich auch unter fremder Besetzung mit ihren geliebten Kranken zurechtfinden. Dich aber wollte ich nicht in solcher Bitterkeit zurücklassen. Und erst recht nicht will ich dich bereden, mich etwa zu begleiten, du hast ja deinen Entschluß bereits gefaßt — —«

»Lies, lies!«

Und er las im letzten Dämmerlicht mühsam seines Sohnes letztes Gedicht:

»In schwerer, zuckender Stille der Nacht,

In ferner Kriegsgewitter Glut,

Mein Elsaß, wie hab' ich an dich gedacht,