Man vergleiche die bekannte französische, fast in ganz Europa, auch in Schweden zum Volksbuch gewordene Dichtung von der Melusine, die alle Sonnabende[88] vom Nabel abwärts zur Schlange wurde und welcher Graf Raimund vor seiner Vermählung mit ihr versprechen mußte, sie nie Sonnabends sehen zu wollen.
Wenn Schlaf-Tönnis aus dem Reich der Meermaid als Greis auf die Erde zurückkehrt, so beruht dies auf dem Glauben, daß Sterblichen im Elfen- oder Feen-Lande die Zeit, ihnen unbewußt, mit reißender Geschwindigkeit verfließt. So glaubt Thomas der Reimer bei der Elfenkönigin drei Tage gewesen zu sein, während doch drei Jahre verflossen sind. (W. Scott Border Minstrelsy, Edinburgh 1861, IV, 127). Ein schwedischer Ritter ist 40 Jahre im Elfenland gewesen und glaubt nur eine Stunde da verbracht zu haben (Afzelius Volkssagen und Volkslieder aus Schwedens älterer und neuerer Zeit, übersetzt von Ungewitter II, 297). Vgl. auch das Märchen aus Wales bei Rodenberg Ein Herbst in Wales S. 128 und die Kiffhäuser-Sagen bei A. Witzschel Sagen aus Thüringen Nr. 277 und 278. Legenden erzählen Gleiches von Menschen, die im Paradies gewesen sind. Vgl. Liebrechts Anmerkung zu Dunlop a. a. O. S. 543 und W. Menzel Christliche Symbolik II, 194 ff. K.
18. Der Nordlands-Drache.
Ueber den Ring Salomonis vgl. Eisenmenger Entdecktes Judenthum S. 351 ff., J. v. Hammer Rosenöl I, 171 ff., G. Weil Biblische Legenden der Muselmänner S. 231 und 271 ff., F. Liebrecht Des Gervasius von Tilbury Otia imperialia S. 77. In einem Märchen der 1001 Nacht (Der Tausend und Einen Nacht noch nicht übersetzte Mährchen u. s. w. in's Französische übersetzt von J. v. Hammer und aus dem Französischen in's Deutsche von A. E. Zinserling, I, 311) wird, wie im ehstnischen Märchen, der Ring Salomos, der mit diesem Ring am Finger in einer Insel der sieben Meere begraben liegt, gesucht. K.
19. Das Glücksei.
Daß in Schlangen, Kröten oder dergl. verwandelte Jungfrauen nur erlöst werden können, wenn ein Jüngling sie dreimal küßt oder sich küssen läßt, kömmt in deutschen Sagen öfters vor. S. Grimm Deutsche Mythologie S. 921, W. Menzel Die deutsche Dichtung I, 192, Curtze Volksüberlieferungen aus Waldeck S. 198. K.
20. Der Frauenmörder.
Eine Variante des bekannten Blaubart-Märchens. S. die Anmerkung zu Grimm Nr. 46 und Jahrbuch für romanische und englische Literatur VII, 151 f. K.
23. Dudelsack-Tiidu.
In Bezug auf die Aepfel, welche ein Wachsen der Nasen verursachen, und die Nüsse, durch welche die Nasen wieder klein werden, vergleiche man die Geschichte des Fortunatus und seiner Söhne (s. Zachers Artikel »Fortunatus« in der Encyklopädie von Ersch und Gruber) und Grimm Nr. 122, Zingerle Tirols Volksdichtungen II, 73, Curtze Volksüberlieferungen aus Waldeck S. 34, Campbell Popular tales of the West Highlands Nr. 10, das finnische Märchen aus Salmelainens Sammlung (I, 4.) bei Asbjörnsen und Gräße Nord und Süd S. 145, das rumänische im Ausland 1856, S. 716, Nr. 8. K.