Die finnischen maahīset, denen diese ehstnischen Unterirdischen (ma-alused) entsprechen, bezeichnen nach Castrén (finn. Mythol. S. 169) eine eigene Art von Naturgeistern, die sich in der Erde, unter Bäumen, Steinen und Schwellen aufhalten; es sind unsichtbare aber menschenähnliche Zwerge reizbarer Natur, die mit Hautkrankheit strafen. Man ehrt und nährt sie. — Mit den Haus- und Schutzgeistern hängen die finnischen und ehstnischen Unterirdischen nicht zusammen, wenn auch in ehstnischen Beschwörungsformeln die Schlange als Unterirdische bezeichnet wird, und wenn auch der Schlangencultus noch vor nicht gar langer Zeit geübt wurde. L.
[80] S. d. [Anm. zum Märchen 6, die zwölf Töchter, S. 89]. L.
[81] Vgl. [Anm. zu Märchen 1, die Goldspinnerinnen, S. 11]. L.
[82] Vgl. [Anm. zu S. 110. im Märchen 8]. L.
[83] Aus Kalewipoëg XIX, 140, 141, wo aber der Gehörnte mit diesen Versen den Kalewsohn vor Uebermuth warnt. L.
[84] Riege ist baltischer Provinzialismus für Scheune, Dörr- und Dresch-Scheune. Die (steinerne) Gutsriege enthält auch Kornkammern, Flachsspeicher, Branntweinkeller. L.
[85] S. die [Anm. 2. zu 8, »Schlaukopf«, S. 102]. L
[86] Aus dem von einem Hühnchen ausgebrüteten Ei eines Birkhuhns ist Linda, die Gattin des Kalew und die Mutter des Kalewsohnes, hervorgegangen. S. den Anfang des Kalewipoëg. L.
[87] Nicht diese letztere Form des Versprechens, aber die übrigen kommen auch in anderen, sonst nicht unmittelbar in diesen Kreis gehörigen Märchen vor, z. B. bei Grimm Nr. 92, Schott Walachische Märchen Nr. 2 (das zuerst Begegnende); Asbjörnsen Nr. 9 (das unterm Gürtel); Wolf S. 199, Waldau S. 26, v. Saal Märchen der Magyaren S. 129 (das nicht Gewußte zu Hause).
[88] Die Fee Manto in Ariosts Rasendem Roland (XLIII, 98) und die Sibylle im Roman »Guerino Meschino« (Dunlop Geschichte der Prosadichtungen, übersetzt von F. Liebrecht, S. 315) werden ebenfalls alle Sonnabende — aber nicht bloß vom Nabel an, sondern ganz — zu Schlangen.