Vers 106. čokan vom italienischen ciocco, Klotz, Keule, Stock, Feldherrnstab, Szepter.

Vers 107. Unser Guslar hält Kijevo (Kiew) für den Namen der russischen Kaiserburg, der Guslar des Liedes vom König Bonaparte für den Namen einer Ebene. Die Kenntnisse des südslavischen Bauern über Russland sind eben sehr gering und immer verworren, märchenhaft.

Vers 110. čarkadžija der Plänkler, wie in Vers 117 slavisch rtnik; vom türkischen čarka; nach Daničić’s Vermutung stammt das türkische Wort aus dem italienischen schermugio, französisch escarmouche, das Scharmützel.

Vers 146. Als ‘schwarze Königin’ werden in serbischen Sagen serbische und bosnische Königinnen-Witwen (Jerina) bezeichnet, die das Volk durch Härte und Grausamkeit zur Verzweiflung trieben. Mijat, der Hajduk, erzählt, die Verbrechen der schwarzen Königin hätten ihn von Haus und Hof vertrieben. Auch die nordslavischen Volksagen kennen die blutgetränkte Gestalt einer wunderholden, männersüchtigen, schwarzen Königin. Sacher-Masoch hat die bekannte slavische Sage den Deutschen in Novellenform mitgeteilt.

Vers 152. Španjur, sonst španjug für ‘Spanier’. Spanier kämpften um das Jahr 1570 im dalmatischen Küstenlande gegen die Türken. Nicht viel mehr als der blosse Name erhielt sich im Volke bis in die Gegenwart. Vrgl. das Guslarenlied bei Krauss in: ‘Das Mundschaftrecht des Mannes über die Ehefrau bei den Südslaven’, Wien 1886.

Vers 156. Kuriši, vom türkischen kurmak, einrichten, aufstellen.

Vers 179. Mostov für mostove, doch ist gerade bei most die Mehrzahl mosti die üblichere.

Vers 187. Der Engel statt der Vila, die in Wolken fährt. Vrgl. Krauss in: Die vereinigten Königreiche Kroatien und Slavonien, Wien 1889, S. 123 ff. Denselben Guslar, der sonst in solchen Fällen immer Vilen auftreten lässt, an die er ja glaubt, leitet unbewusst das richtige Gefühl, es sei unstatthaft, eine südslavische Vila einem Ausländer aus weiter Fremde und noch dazu im Auslande erscheinen zu lassen.

Vers 188. Der gläubige Christ soll durch einen blutigen Kampf den Sonntag nicht entheiligen.

Vers 209. Eine Pfeife Tabak verehrt man selbst dem erstbesten Unbekannten auf dem Wege, wenn er einen darum anspricht. Tabak gedeiht in Bosnien in Überfülle und war vor Einführung des staatlichen Monopols spottwohlfeil zu haben. In Bosnien gedeihen aber auch Zwetschken überreichlich, und daher hatte ein Reuter voll dieses Obstes vor den Zeiten des Eisenbahnverkehrs und ehe sich jüdische Händler einfanden, einen sehr geringen Wert beim Bauer auf dem Gehöfte. Der Guslar will also sagen: Man bekam Sklaven so gut wie geschenkt zu kaufen.