Ima trave u okolo Save »Es gibt Kräuter um die Save,
I korenja okolo jasenja. und Wurzeln um Eschenbäume herum«;

sie meint damit nämlich, dass sie am Saveufer Kräuter sammeln und Wurzeln unter Eschenbäumen graben wird, um daraus Liebetränklein für den Ungetreuen zu brauen.

[23] Da der Nussbaum und seine Früchte Perun geheiligt waren (vrgl. J. Erben: Prostonárodní české pisně a řikadla, Prag 1864, S. 39, und Hanuš im Bajeslovný kalendář slov. Prag 1860, S. 21), so läge der Gedanke nahe, dass vielleicht bei dem syrmischen Dorfe Molovina, dort wo der alte Nussbaum steht, eine uralte Kultusstätte des Perun oder einer ihm verwandten Wesenheit zu suchen sein dürfte. In dem noch sehr stark durch heidnische Erinnerungen versetzten Volkglauben der Südslaven ist der »gromovnik Ilija« an die Stelle Peruns gerückt. Zu erwähnen ist der Glaube des slavonischen Landvolkes, dass der Blitz (grom, eigentlich Donner) nie in einen Nussbaum einschlage.

[24] Der deutsche Volksaberglaube der Gegenwart. Dritte Bearbeitung v. Elard Hugo Meyer, Berlin 1900, S. 432.

[25] Eine ausführliche Zusammenstellung über Mantel- und Luftfahrten von Hexen findet man in den Jahrb. f. roman. Literatur III, S. 147.

[26] Dies ist eine der weitaus bekanntesten Hexensagen. Andere Fassungen, die sich gar nicht wesentlich von den angeführten unterscheiden, liegen auch gedruckt vor. Z. B. bei Stojanović in den »Narodne pripoviedke«, S. 196–198: »Vještica podkovana«, aufgezeichnet im J. 1836, in Velika Kopanica in der ehemaligen slavonischen Militärgrenze. Dieselbe Sage einigemal im Arkiv; vrgl. auch Valjavec, »Narodne pripoviedke«, S. 244–45.

[27] Der Wirbelwind als Teufel personifiziert. Vrgl. Krauss, Sag. u. M. der S. 104. »Die Mutter: »Ihr verruchten Rangen, dass Ihr nimmer Ruh’ gebt! Alle zwölf seid verflucht: zwölf Teufel sollen euch holen. Ich überliefere euch ihnen!« — Auf einmal entstand ein Gebrause, ein Wirbelwind drang in die Stube und im Nu waren die Söhne entschwunden.« S. 141: »Als sich der Zug auf dem Weg zur Kirche befand, brauste plötzlich ein Wirbelwind daher und im Wirbel kam eine Schlange (zmaj, aždaja, der Drache) geflogen, ergriff die Braut und führte sie mit sich fort« und so öfters. Vilensko kolo, Vilenreigen, dann Hexentanz, nennt der Dalmater die Windhose. Ital. scione. Vrgl. den Schluss dieser Abhandlung.

[28] Im Gouvernement Archangel gilt der Wirbelwind als der Tanz des Lēši mit seiner Braut. Die Lešje rauben Kinder, nehmen sie in ihre unterirdischen Höhlen mit und entlassen sie ganz verwildert erst nach Jahrfrist. Vrgl. Afanasiev, »Poetičeskia vozrēnia Slavjan na prirodu«. Moskau. S. 303–313.

[29] Es ist ein häufig wiederkehrender Zug der Sage, dass ein Sterblicher die Geister bei ihren Zusammenkünften belauscht und durch das, was er hört, Heilung für eine Krankheit findet. Vrgl. Krauss, Südslav. Sagen u. M. I. S. 432 ff. In dem Märchen »Pravda i krivda« (Recht und Unrecht) bei Vuk Karadžić, Srpske nar. prip. 1870, St. 16, S. 86 f. erkennt man das obige Stück als Variante. Bei Vuk sind es Vilen, deren Gespräch einer belauscht. Der Genosse des Glücklichen wird als ein verworfener Mensch dargestellt. Mit Recht zerreissen ihn die Vilen, weil er die Ungerechtigkeit über alles setzte.

[30] Vrgl. nach Vuk im Wörterbuch unter »vještica« S. 212, in »Život i običaji naroda srpskoga«, Wien 1867. In der Vukschen Fassung verwandelt sich der Nachbar, der die Hexe belauscht, nachdem er sich mit dem Fette eingerieben, in irgend ein Wesen, und gelangt dann auf den Nussbaum in der Nähe des Dorfes Malovina. Als er die Pracht des Hexenmahles sah, konnte er sich nicht enthalten, in den Fluch auszubrechen: »anate vas mate bilo!« »Anate vas mate« ist das griechische Wort ἀνάθημα, der Fluch, der Bann, das durch die Kirche in die Volksprache eingedrungen ist und sich eingebürgert hat. Deutsch würde der Fluch lauten: »Dass euch doch der Fluch treffen möge!«