[13] Ein alter Messner in Šamac, in der ehemaligen slav. Militärgrenze, erzählte im J. 1834 diese Geschichte M. Stojanović, der sie in sein Buch »Pučke pripoviedke i pjesme« (Agram 1867) aufnahm. S. 203–204. Mit der Vila in dieser Sage ist die rauhe Else in der Wolfdietrichsage zu vergleichen. Wolfdietrich weigert sich, die rauhe Else zu minnen und dafür macht sie ihn zum Toren, so dass er ein halbes Jahr ohne Besinnung im Walde »wild laufen« muss und Kräuter von der Erde als Speise aufrafft. Ausführlicher bei Mannhardt: »Der Baumkultus der Germanen und ihrer Nachbarstämme«. S. 108 f. Genauer stimmt mit unserer Sage eine dänische überein, die gleichfalls Mannhardt mitteilt: »Auf der Insel Möen ging Margarethe Per Mikaels als kleines Mädchen einmal durch den Buchenwald bei Stevns, da begegnete ihr ein grosses Weib mit schwarzer Haube und langen Fingern, die wurde grösser und grösser. Margarethe lief von ihr, spürte aber bald ihre langen Finger auf der Schulter, das Laub wirbelte in den Baumwipfeln, das Kind fiel um und blieb liegen. Margarethe war von da an drei Jahre verstörten Geistes. Margarethe blieb immer verstört; im Walde empfand sie stets einen unwiderstehlichen Zug zu der Stelle, wo jenes Weib ihr begegnet war. Einst, als sie schlief, kam ein Els und wollte das Kind mit sich fortnehmen, da sie aber fest schlief, konnte er ihr nichts anhaben.«

[14] Vrgl. »Arkiv za povjestnicu jugoslovensku«, herausgegeben von Kukuljević. B. II. 380–383.

[15] R. F. Plohl: »Hrvatske narodne pjesme«. Svezka II. U Varaždinu, 1869. S. 86.

[16] In dieser Bezeichnung liegt noch eine uralte Erinnerung an die Hexe als Waldgeist, der in der Haselnuss seinen Wohnsitz hat. Im Kanton St. Gallen ruft man den Kindern zu, um sie vom Pflücken der noch unreifen Haselnüsse abzuhalten: »’s Haselnussfräuli chumt!« Es ist dies nur eine besondere Personifikation der Waldfräulein. Vrgl. Mannhardt, Der Baumkultus etc. S. 106 ff.

[17] Eine Aufzählung und Schilderung der am Georgitag gebräuchlichen altheidnischen Verrichtungen des serbischen Landvolkes bietet der Artikel »Gjurgjev dan« bei Vuk im Wörterbuche S. 151 a, b. Die oben mitgeteilten Nachrichten habe ich aus Chrowotien.

[18] Die Schmierfette wird mit »švierc« bezeichnet. Auf den ersten Blick erkennt man darin die entstellte Form der deutschen »Schwärze«.

[19] Über denselben deutschen Brauch vrgl. Mannhardt, Baumkultus, S. 272 f. »Es soll Lebens- und Wachstumkraft durch die (Wacholder-)Rute mitgeteilt, jedes dem entgegenwirkende feindliche Gespenst vertrieben werden.« S. 279. M. verweist noch auf Kuhn, Herabkunft des Feuers, S. 191.

[20] Eine Vila erzieht einen Knaben in ihrer Höhle zum Rächer seines Vaters, den sein ehebrecherisches Weib dem Buhlen ausgeliefert hat. Vrgl. Krauss, Tri riječi Hercegovca. Mostar 1885. S. 30 ff.

[21] Aus Selno in Chrowotien. — Vrgl. über den Elfentanz im Mondenschein: Mannhardt, Baumkultus, S. 125.

[22] Über die »Eschenfrau und ihre Sippe in Nordschleswig und Dänemark« vrgl. Mannh. Bk. S. 10 f. Unter Eschenbäumen wachsen auch zauberkräftige Wurzeln. Darauf bezieht sich das Bruchstück eines Volkliedes. Wenn man einem Mädchen vorhält, dass ihr der Geliebte untreu geworden und sich von ihr abwendet, so entgegnet sie: