[8] Bei M. Valjavec, Narodne pripovjedke, skupio u i oko Varaždina. 1858. S. 242. Dieselbe Sage fast wörtlich wie bei Valjavec bei L. Ilić in den Narodni slavonski običaji. Zagreb. 1846. S. 299 f.

[9] Von Ilić a. a. O. S. 302 f.

[10] Bulen = Mosliminnen; Saraj, Serail = Königburg.

[11] Hrvatske narodne pjesme i pripoviedke iz Bosne skupio N. Tordinac. Vukovar 1883. S. 30 f.

[12] Im Text morija. Kad morija Mostar pomorila, Sve pomori.

[13] Arkiv, Jahrg. 1863.

[14] Arkiv, B. VII, p. 242.

[15] Kad su se Gradski Vrhovci nastanili, svukli su se brat i sestra goli i zapregli su u gluvo doba noći dva crna od jedne matere vola i oborali su selo, da ne može kuga u njem vladati. — Ein bosnisches Guslarenlied meiner Sammlung vermeldet von der Burg, ihrem Besitzer, der ein kühner Kämpe war, und dem Dörfchen. Diese Handlung spielte sich in der ersten Hälfte des XVII., der von Tadić aber berichtete Vorgang am Anfang des XIX. Jahrhunderts ab. Nach dem Abzug der Türken oder Moslimen erhob man das verwüstete Städtchen Požega zu einer königlichen Freistadt und teilte ihr die verödeten Dörfer und Ländereien weit in der Runde als Besitz zu. Wie mir um das Jahr 1870 Bauern aus Vrhovci erzählten, kamen ihre Grosseltern, bosnische Serben, als Ansiedler dahin. Auch Tadić hat davon Kunde, was er ja mit nastanili andeutet. Man darf ruhig annehmen, dass die Bauern, bräche eine Pestilenz aus, wieder eher zehnmal das Dorf auf gleiche Weise umackern liessen, bevor sie einmal geschulte Ärzte zu Hilfe und zur Abwehr der Krankheit beriefen.

[16] Dass diese Anweisung wirklich von den Bauern befolgt wurde, und zwar in Syrmien, bezeugt auch Vuk im Wörterbuche unter oborati, S. 432, b. Über die Entblössung als Mittel zur Geisterbannung vrgl. Anthropophyteia I. S. 1 f. und IV. S. 171 ff. Spuren dieses Brauches finden sich bei allen verwandten Völkergruppen. (Vrgl. Mannhardt, Der Baumkultus der Germanen und ihrer Nachbarstämme. Berlin, 1875. S. 553–565.) — Besonders wichtig ist für uns die Tatsache, dass der im Texte beschriebene Brauch auch in jüngster Zeit in Russland als in voller Geltung bestehend beobachtet wurde. Noch im Jahre 1871 suchten die Landleute im Dorfe Davydkovo bei Moskau beim Herannahen der Cholera die Krankheit gleichsam zu konsignieren. Zwölf Jungfrauen spannten sich um Mitternacht an einen Pflug und zogen ihn rund um das Weichbild des Dorfes. In diesen Zauberkreis sollte die Cholera nicht mehr eintreten können. Einige Tage darauf entschloss sich die Geistlichkeit des Ortes, mit allen heiligen Geräten eine Prozession um die ausgezogenen Pflugscharfurchen zu machen, um dem Zauberkreise auch noch ihre ganz christliche Weihe zu geben. Die Mordwinen im Gouvernement Simbirsk umziehen, sobald sich in den umliegenden Orten eine Viehseuche zeigt, nachts ihr Dorf mit einer Furche. Der Ortvorstand ladet behufs dessen ehrwürdige Greise und unschuldige Jünglinge und Mädchen zu sich ein. Einer der Greise schreitet mit dem Heiligenbilde voran und hinter ihm ziehen Jünglinge den Hakenpflug, den eine keusche Jungfrau lenkt. Ohne Geräusch und Rede, in lautloser Stille umfurchen sie die Ortschaft. Bisweilen tragen die Ackerer, gleichsam als Opfer, ein schwarzes Kätzchen im Kober mit sich. Aus anderen russischen Ortschaften teilen Orest Miller und Tereščenko andere Einzelheiten über den Brauch des Pflugziehens mit. (Opaktiovanie.) Bei einer Hornseuche des Viehs versammeln sich die Weiber im blossen weissen Hemde, mit Besen und Schaufeln oder mit Sensen und Sicheln bewaffnet. Die älteste unter ihnen wird vor einen Pflug gespannt und muss ihn dreimal rund um das Dorf ziehen; die übrigen folgen unter Absingung gewisser für diese Gelegenheit traditioneller Lieder. Nach Tereščenko schreitet eine Jungfrau mit dem Bilde des hl. Blasius (Vlas) voran, hinterher die Dorfweiber mit Besen und Strohbündeln, andere auf Besenstielen reitend und Bratpfannen schlagend, lärmend und tanzend; den Schluss machen einige alte Frauen, welche angezündete Kienspäne in den Händen halten und im Kreise die vor den Pflug gespannte Greisin, sowie eine Witwe umschliessen, die mit nichts anderem als einem Pferdekummet am Halse bekleidet ist. Vor jedem Hofe macht die Prozession Halt und führt hier mit Töpfen und Pfannen eine Katzenmusik auf, indem man ausruft: »Da ist der Kuhtod! Da geht er!« Läuft zufällig ein Hund oder eine Katze vorbei, so wird das Tier als der leibhaftige Kuhtod (der Krankheitgeist) ergriffen und getötet. Dieser Brauch gilt als vorzügliche Vorkehrung gegen die Viehseuche. (Dass dieselbe Anschauung bei den Südslaven vorherrscht, ersieht man aus den Sagen, die den Schluss dieses Aufsatzes bilden.) Ein anderer wird als wirksam gegen verschiedene epidemische Krankheiten betrachtet. Die Weiber richten um Mittag auf jedem Ende des Dorfes einen Haufen von Wirtschaftabgängen auf und stecken beide um Mitternacht in Brand. Zu einem Feuer ziehen die jungen Mädchen in weissen Hemden und mit lose fliegenden Haaren einen Pflug; eines trägt ein Heiligenbild hintennach. Zur zweiten Brandstelle am entgegengesetzten Ende der Dorfstrasse tragen die alten Frauen, schwarz gekleidet, einen schwarzen Hahn und führen ihn dreimal herum. Dann ergreift eine Alte den Hahn und läuft damit zum Feuer der Mädchen am anderen Dorfende, indes der ganze Haufe das Geschrei laut werden lässt: »Stirb, verschwinde, schwarze Seuche!« Dort angekommen, wirft sie das Tier in die Flammen. Die Weiber ziehen jetzt den Pflug dreimal um die Dorfgrenze. Die Ackerfurche ist heilig. Ihre Überschreitung rächt sich durch Tod oder Krankheit. Über das Umpflügen vrgl. noch das vortreffliche Werk Bernhard Sterns, Geschichte d. öffentl. Sittlichkeit in Russland. Kultur, Aberglaube usw. Berlin 1907. S. 480–482.

Ein achtunddreissig zwölfsilbige Verse langes südslavisches Bittgebet der Bauern gegen die Pest findet sich in den Jačke ili narodne pěsme prostoga i neprostoga puka Hrvatskoga po župah šoprunskoj, mošonjskoj i želěznoj na Ugrih, skupio Fran Kurelac. U Zagrebu, 1871, S. 288 f. Jesus, die Mutter Gottes, der hl. Sebastianus, der hl. Rochus und die heilige Rosalie werden als Schutzpatrone gegen die Pest angerufen. Das Lied, wohl eines der schwächsten der ganzen Sammlung, dürfte einen katholischen Priester zum Verfasser haben. Heidnische Reminiszenzen kommen darin gar nicht vor. Aufgezeichnet wurde dieses angebliche Volklied in Klein-Warasdorf etwa um das Jahr 1856.