La Roche (bei Seite). Die Sachen sind auf gutem Weg—der Augenblick ist günstig—frisch, noch einen Ausfall auf diesen Selicour! (Kommt vorwärts.) So lassen Sie endlich dem Verdienst Gerechtigkeit widerfahren, gut! Nun ist noch übrig, auch das Laster zu entlarven— Glücklicherweise finde ich Sie hier und kann da fortfahren, wo ich es diesen Morgen gelassen.—Dieser Selicour brachte mich heute zum Stillschweigen—ich machte es ungeschickt, ich gesteh' es, daß ich so mit der Thür ins Haus fiel; aber wahr bleibt wahr! Ich habe doch recht! Sie verlangten Thatsachen—Ich bin damit versehen.

Narbonne. Was? Wie?

La Roche. Dieser Mensch, der sich das Ansehen gibt, als ob er seiner Mutter und seiner ganzen Familie zur Stütze diente, er hat einen armen Teufel von Vetter schön empfangen, der heute in seiner Einfalt, in gutem Vertrauen zu ihm in die Stadt kam, um eine kleine Versorgung durch ihn zu erhalten. Fortgejagt wie einen Taugenichts hat ihn der Heuchler! So geht er mit seinen Verwandten um—und wie schlecht sein Herz ist, davon kann seine nothleidende Mutter—

Firmin. Sie thun ihm sehr Unrecht, lieber La Roche! Eben dieser Vetter, den er soll fortgejagt haben, kehrt mit seinen Wohlthaten überhäuft und von falschen Hoffnungen geheilt in sein Dorf zurück!

Narbonne. Eben mit diesem Vetter hat er sich recht gut betragen.

La Roche. Wie? Was?

Narbonne. Meine Mutter war ja bei dem Gespräch zugegen.

Firmin. Lieber La Roche! Folgen Sie doch nicht so der Eingebung einer blinden Rache.

La Roche. Schön, Herr Firmin! Reden Sie ihm noch das Wort!

Firmin. Er ist abwesend, es ist meine Pflicht, ihn zu verteidigen.