Narbonne. Diese Gesinnung macht Ihnen Ehre, Herr Firmin; auch hat sich Herr Selicour in Ansehung Ihrer noch heute eben so betragen.— Wie erfreut es mich, mich von so würdigen Personen umgeben zu sehen. —(Zu La Roche) Sie aber, der den armen Selicour so unversöhnlich verfolgt, Sie scheinen mir wahrlich der gute Mann nicht zu sein, für den man Sie hält!—Was ich bis jetzt noch von Ihnen sah, bringt Ihnen wahrlich schlechte Ehre!
La Roche für sich). Ich möchte bersten—aber nur Geduld!
Narbonne. Ich bin geneigt, von dem guten Selicour immer besser zu denken, je mehr Schlimmes man mir von ihm sagt, und ich gehe damit um, ihn mir näher zu verbinden.
Karl (betroffen). Wie so?
Narbonne. Meine Mutter hat gewisse Plane, die ich vollkommen gutheiße—Auch mit Ihnen habe ich es gut vor, Herr Firmin!—Diesen Abend ein Mehreres.—Bleiben Sie ja nicht lange aus. (Zu Karl.) Sie, mein junger Freund, legen sich auf die Dichtkunst, hör' ich; meine Mutter hat mir heute Ihr Talent gerühmt.—Lassen Sie uns bald etwas von Ihrer Arbeit hören.—Auch ich liebe die Musen, ob ich gleich ihrem Dienst nicht leben kann.—Ihr Diener, meine Herren!—Ich verbitte mir alle Umstände. (Er geht ab.)
Zehnter Auftritt.
Vorige ohne Narbonne.
Karl. Ich werde sie sehen! Ich werde sie sprechen!—Aber diese gewissen Plane der Großmutter—Gott! Ich zittre.—Es ist gar nicht mehr zu zweifeln, daß sie diesem Selicour bestimmt ist.
Firmin. Nun, mein Sohn! Das ist ja heute ein glücklicher Tag!
La Roche. Für Sie wohl, Herr Firmin—aber für mich?