Dritter Auftritt.
Vorige. Narbonne.
Narbonne. Selicour hier bei Ihnen! Ei, ei, liebe Mutter! Sie ziehen mir ihn von nöthigeren Dingen ab.—Er hat so dringend zu thun, und Sie beladen ihn noch mit unnützen Aufträgen.
Mad. Belmont. Sieh, sieh, mein Sohn!—Will er nicht gar böse werden!
Narbonne. Was soll aus dem Aufsatz werden, der doch so wichtig und so dringend ist?
Selicour. Der Aufsatz ist fertig. Hier ist er!
Narbonne. Was, schon fertig?
Selicour. Und ich bitte Sie, zu glauben. Daß ich weder Zeit noch
Mühe dabei gespart habe.
Narbonne. Aber wie ist das möglich?
Selicour. Die Mißbräuche der vorigen Verwaltung haben mir nur zu oft das Herz schwer gemacht—Ich konnte es nicht dabei bewenden lassen, sie bloß müßig zu beklagen—dem Papiere vertraute ich meinen Unwillen, meinen Tadel, meine Verbesserungsplane an, und so trifft es sich, daß die Arbeit, die Sie mir auftrugen, schon seit lange im Stillen von mir gemacht ist—Es sollte mir wahrlich auch nicht an Muth gefehlt haben, öffentlich damit hervorzutreten, wenn die Regierung nicht endlich von selbst zur Einsicht gekommen wäre und in Ihrer Person einen Mann abgestellt hätte, der alles wieder in Ordnung bringt.—Jetzt ist der Zeitpunkt da, von diesen Papieren öffentlichen Gebrauch zu machen—Es fehlte nichts, als die Blätter zurecht zu legen, und das war in wenig Augenblicken geschehen.