Sophie. Aber mir hat er desto fleißiger geschrieben, mein Vater!
Dorsigny. So? hat er das? Und du hast ihm wohl—frischweg geantwortet? Hast du? Nicht?
Sophie. Nein, ob ich gleich große Lust dazu hatte.—Nun, Sie versprachen mir ja diesen Augenblick, daß Sie meiner Neigung nicht entgegen sein wollten—Liebe Mutter, reden Sie doch für mich.
Fr. v. Dorsigny. Nun, nun, gib nach, lieber Dorsigny—Es ist da weiter nichts zu machen—und gesteh nur, sie hätte nicht besser wählen können.
Dorsigny. Es ist wahr, es läßt sich Manches dafür sagen—Das Vermögen ist von beiden Seiten gleich, und gesetzt, der Vetter hätte auch ein bißchen leichtsinnig gewirthschaftet, so weiß man ja, die Heirath bringt einen jungen Menschen—schon in Ordnung—Wenn sie ihn nun überdies lieb hat-Sophie. O recht sehr, lieber Vater!—Erst in dem Augenblicke, da man mir den Herrn von Lormeuil zum Gemahl vorschlug, merkte ich, daß ich dem Vetter gut sei—so was man gut sein nennt—Und wenn mir der Vetter nun auch wieder gut wäre-Dorsigny. (feurig). Und warum sollte er das nicht, meine theuerste—(sich besinnend) meine gute Tochter!—Nun wohl! Ich bin ein guter Vater und ergebe mich.
Sophie. Ich darf also jetzt an den Vetter schreiben?
Dorsigny. Was du willst—(Für sich.) Wie hübsch spielt sich's den
Vater, wenn man so allerliebste Geständnisse zu hören bekommt.
Achter Auftritt.
Vorige. Frau von Mirville. Champagne, als Postillon mit der
Peitsche klatschend.
Champagne. He, holla!