Oberst. Stelle dir vor, Nichte, meine Frau will mich glauben machen, daß ich hier, hier in diesem Zimmer, mit ihr gesprochen haben soll, in demselben Augenblicke, wo ich mich auf der Touloner Poststraße schütteln ließ.

Fr. v. Mirville. Das ist ja ganz unbegreiflich, Onkel—Hier muß ein Mißverständniß sein—Lassen Sie mich ein paar Worte mit der Tante reden.

Oberst. Sieh, wie du ihr den Kopf zurecht setzest, wenn's möglich ist; aber es wird schwer halten.

Fr. v. Mirville (leise zur Frau von Dorsigny). Liebe Tante, das alles ist wohl nur ein Scherz von dem Onkel?

Fr. v. Dorsigny (ebenso). Freilich wohl, er müßte ja rasend sein, solches Zeug im Ernst zu behaupten.

Fr. v. Mirville. Wissen Sie was? Bezahlen Sie ihn mit gleicher Münze—geben Sie's ihm heim! Lassen Sie ihn fühlen, daß Sie sich nicht zum Besten haben lassen.

Fr. v. Dorsigny. Du hast Recht. Laß mich nur machen!

Oberst. Wird's bald? Jetzt denk' ich, war's genug.

Fr. v. Dorsigny (spottweise). Ja wohl ist's genug, mein Herr—und da es die Schuldigkeit der Frau ist, nur durch ihres Mannes Augen zu sehen, so erkenn' ich meinen Irrthum und will mir alles einbilden, was Sie wollen.

Oberst. Mit dem spöttischen Ton kommen wir nicht weiter.