Don Cesar (der zurückkommt).
Verzieh, Don Manuel; gleich folg' ich dir.
Don Manuel.
Folge mir nicht! Hinweg! Mir folge Niemand! (Er geht ab.)
Don Cesar (sieht ihm verwundert nach).
Was ist dem Bruder? Mutter, sage mir's.
Isabella.
Ich kenn' ihn nicht mehr. Ganz verkenn' ich ihn.
Don Cesar.
Du siehst mich wiederkehren, meine Mutter;
Denn in des Eifers heftiger Begier
Vergaß ich, um ein Zeichen dich zu fragen,
Woran man die verlorne Schwester kennt.
Wie find' ich ihre Spuren, eh' ich weiß,
Aus welchem Ort die Räuber sie gerissen?
Das Kloster nenne mir, das sie verbarg.
Isabella.
Der heiligen Cecilia ist's gewidmet,
Und hinterm Waldgebirge, das zum Ätna
Sich langsam steigend hebt, liegt es versteckt;
Wie ein verschwiegner Aufenthalt der Seelen.
Don Cesar.
Sei guten Muths! Vertraue deinen Söhnen!
Die Schwester bring' ich dir zurück, müßt' ich
Durch alle Länder sie und Meere suchen.
Doch eines, Mutter, ist es, was mich kümmert:
Die Braut verließ ich unter fremdem Schutz.
Nur dir kann ich das theure Pfand vertrauen,
Ich sende sie dir her, du wirst sie schauen;
An ihrer Brust, an ihrem lieben Herzen
Wirst du des Grams vergessen und der Schmerzen. (Er geht ab.)
Isabella.
Wann endlich wird der Fluch sich lösen,
Der über diesem Hause lastend ruht?
Mit meiner Hoffnung spielt ein tückisch Wesen,
Und nimmer stillt sich seines Neides Wuth.
So nahe glaubt ich mich dem sichern Hafen,
So fest vertraut' ich auf des Glückes Pfand,
Und alle Stürme glaubt' ich eingeschlafen,
Und freudig winkend sah ich schon das Land
Im Abendglanz der Sonne sich erhellen;
Da kommt ein Sturm, aus heitrer Luft gesandt,
Und reißt mich wieder in den Kampf der Wellen!
(Sie geht nach dem innern Hause, wohin ihr Diego folgt.)
Dritter Aufzug.