Alle. Sonne, gib ihm deine Strahlen,
Erde, gib ihm deinen Thau!

Vater. Freude, Freude, neues Leben
Mögst du jedem Wandrer geben;
Denn die Freude pflanzte dich.
Mögen deine Nektargaben
Noch den spätsten Enkel laben,
Und erquicket segn' er dich!

Alle. Freude, Freude, neues Leben
Mögst du jedem Wandrer geben;
Denn die Freude pflanzte dich.

Sie tanzen in einem bunten Reihen um den Baum. Die Musik des Orchesters begleitet sie und geht allmählig in einen edlern Styl über, während daß man im Hintergrund den Genius mit den sieben Göttinnen herabsteigen sieht. Die Landleute ziehen sich nach beiden Seiten der Bühne, indem der Genius in die Mitte tritt und die drei bildenden Künste sich zu seiner Rechten, die vier redenden und musikalischen sich zu seiner Linken stellen.

Chor der Künste. Wir kommen von fernher,
Wir wandern und schreiten
Von Völkern zu Völkern,
Von Zeiten zu Zeiten;
Wir suchen auf Erden ein bleibendes Haus.
Um ewig zu wohnen
Auf ruhigen Thronen,
In schaffender Stille,
In wirkender Fülle,
Wir wandern und suchen und finden's nicht aus.

Jüngling. Sieh, wer sind sie, die hier nahen,
Eine göttergleiche Schaar!
Bilder, wie wir nie sie sahen;
Es ergreift mich wunderbar.

Genius. Wo die Waffen erklirren
Mit eisernem Klang,
Wo der Haß und der Wahn die Herzen verwirren,
Wo die Menschen wandeln im ewigen Irren
Da wenden wir flüchtig den eilenden Gang.

Chor der Künste. Wir hassen die Falschen,
Die Götterverächter;
Wir suchen der Menschen
Aufricht'ge Geschlechter;
Wo kindliche Sitten
Uns freundlich empfahn,
Da bauen wir Hütten
Und siedeln uns an!

Mädchen. Wie wird mir auf einmal!
Wie ist mir geschehn!
Es zieht mich zu ihnen mit dunkeln Gewalten;
Es sind mir bekannte, geliebte Gestalten,
Und weiß doch, ich habe sie niemals gesehn.

Alle Landleute. Wie wird mir auf einmal!
Wie ist mir geschehn!