JOHANNA (in der heftigsten Beängstigung). Was hab ich
Getan! Gebrochen hab ich mein Gelübde!
(Sie ringt verzweifelnd die Hände)

LIONEL (betrachtet sie mit Teilnahme und tritt ihr näher).
Unglücklich Mädchen! Ich beklage dich,
Du rührst mich, du hast Großmut ausgeübt
An mir allein, ich fühle, daß mein Haß
Verschwindet, ich muß Anteil an dir nehmen!
—Wer bist du? Woher kommst du?

JOHANNA. Fort! Entfliehe!

LIONEL. Mich jammert deine Jugend, deine Schönheit!
Dein Anblick dringt mir an das Herz. Ich möchte
Dich gerne retten—Sage mir, wie kann ichs!
Komm! Komm! Entsage dieser gräßlichen
Verbindung—Wirf sie von dir, diese Waffen!

JOHANNA. Ich bin unwürdig, sie zu führen!

LIONEL. Wirf
Sie von dir, schnell, und folge mir!

JOHANNA (mit Entsetzen). Dir folgen!

LIONEL. Du kannst gerettet werden. Folge mir!
Ich will dich retten, aber säume nicht.
Mich faßt ein ungeheurer Schmerz um dich,
Und ein unnennbar Sehnen, dich zu retten—
(Bemächtigt sich ihres Armes)

JOHANNA. Der Bastard naht! Sie sinds! Sie suchen mich!
Wenn sie dich finden—

LIONEL. Ich beschütze dich!